Natur: Norwegische- und britische Küste verpestet

20 000 Vögel im Öl erstickt

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Nach den jüngsten Schiffsunfällen vor den Küsten Norwegens und Großbritanniens sind tausende Vögel verendet. Vor der südenglischen Küste sind bereits 1300 verölte Seevögel gefunden worden.

Hamburg. Nach den jüngsten Schiffsunfällen vor den Küsten Norwegens und Großbritanniens sind der dortigen Ölpest nach Schätzungen von Umweltschützern bis zu 20 000 Vögel zum Opfer gefallen. Seit der Havarie des Containerschiffes "MSC Napoli" seien vor der südenglischen Küste 1300 verölte Seevögel gefunden worden, erklärte der WWF am Mittwoch in Hamburg. Insgesamt sei dort mit 10. 000 verölten Vögeln zu rechnen, "da viele auf See bleiben und nie gefunden werden". Ähnlich viele Vögel seien vor der norwegischen Küste betroffen, wo vor drei Wochen der Frachter "Server" auseinander gebrochen war. "Verölte Vögel haben kaum eine Überlebenschance", erklärte der WWF.

Vor dem Hintergrund der Schiffsunfälle fordert die Naturschutzorganisation eine unbegrenzte Haftpflicht der Reeder für Havarieschäden, um die Steuerzahler von den Kosten für die Unfallfolgen zu entlasten. Das Sicherheitsbewusstsein in der Schifffahrt lasse zu wünschen übrig: Offenbar sei die "MSC Napoli" nach einem früheren Unfall nur unzureichend instand gesetzt worden. Zudem seien beide Unfälle während Orkanen erfolgt; es sei fraglich, ob eine Weiterfahrt gegenüber Besatzung, Küstenbewohnern und der Natur überhaupt verantwortbar gewesen sei.

370 Tonnen Öl allein in Norwegen ausgelaufen Nach der Havarie des Frachters "Server" am 12. Januar waren vor der Westküste Norwegens 370 Tonnen Öl ausgelaufen. 170 Kilometer Küste seien betroffen, die Reinigungsarbeiten dort würden noch mehrere Wochen andauern, erklärte der WWF. Bislang seien etwa 250 Tonnen veröltes Material eingesammelt worden. Es stehe zu befürchten, dass sich im noch in der Nordsee liegenden hinteren Teil des Frachters weiteres Schweröl befindet. Mit etwa 60 Tonnen ist aus der am 18. Januar vor England auf Grund gelaufenen "MSC Napoli" nach jüngsten Angaben offenbar weniger Öl ins Meer ausgelaufen als zunächst befürchtet.

( afp )