H5N1: 90 Tiere in Ungarn verendet

Die Vogelgrippe kehrt nach Europa zurück

Experten hatten stets vor einer Rückkehr der Vogelgrippe im Winter gewarnt. Jetzt ist es soweit: In Ungarn ist das auch für Menschen gefährliche Virus H5N1 nachgewiesen worden.

Budapest. Es ist europaweit der erste Vogelgrippe-Fall in diesem Winter. Das EU-Referenzlabor im britischen Weybridge bei London habe den Virus auf einem ungarischen Geflügelhof bereits bestätigt, wie ein Sprecher der EU-Kommission am Montag in Brüssel mitteilte. In dem Betrieb im Südosten Ungarns waren 90 Tiere an dem Virus gestorben, 3265 weitere Tiere wurden vorsorglich getötet. Menschen infizierten sich nicht. Laut EU-Kommission handelt sich um den ersten H5N1-Nachweis in der EU seit dem Fund eines infizierten Schwans im Dresdener Zoo im August 2006.

Indessen wurden am Wochenende in einem weiteren Gehöft im Südosten Ungarns verendete Gänse gefunden, deren Symptome auf Vogelgrippe hindeuteten. Der Betrieb liegt laut dem Kommissionssprecher innerhalb der Zehn-Kilometer-Schutzzone um den nachgewiesenen H5N1-Ausbruchsort. Die ungarischen Behörden ordneten die Keulung von 9400 Gänsen an. Der Erreger werde noch untersucht, hieß es im ungarischen Landwirtschaftsministerium. Auch der EU-Agrarrat will sich mit dem Wiederauftreten der Vogelgrippe beschäftigen.

An der Risikoeinschätzung für Deutschland ändere sich durch den neuen Nachweis nichts, betonte das Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit auf Nachfrage. Es herrsche weiterhin ein hohes Risiko, dass der Erreger H5N1 von Wildvögeln in Geflügelbestände eingeschleppt werde, sagte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler- Instituts auf der Ostseeinsel Riems. Geflügelbestände sollten weiter vor dem Kontakt mit Wildvögeln geschützt werden.

In diesem Jahr wurden H5N1-Ausbrüche bislang vor allem bei Geflügel in Asien sowie in Ägypten registriert. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnet für 2007 zudem in Indonesien fünf Infektionen von Menschen, vier davon verliefen tödlich. Auch ein H5N1-Patient in Ägypten starb nach WHO-Angaben.