Eröffnung der Polizei-Hochschule: Feldmann bleibt als Gründungspräsident umstritten

Jährlich 500 Studienplätze für Kommissare

Vorwürfe der Vetternwirtschaft überschatteten am Mittwoch die Einweihung der neuen Polizei-Hochschule. Die SPD-Bürgerschaftsfraktion bezeichnete die Berufung von Jörg Feldmann zum Schulleiter als "bodenlose Unverschämtheit".

Hamburg. Auf der Einweihungsfeier übergaben Innensenator Udo Nagel (parteilos) und Polizeipräsident Werner Jantosch die Bestellungsurkunden an die Gründungsmitglieder und den Hochschulpräsidenten. Die "Polizei-Uni" ersetzt die bisherige Fachhochschule für öffentliche Verwaltung/Fachbereich Polizei. Das Studium für bis zu 500 angehende Polizeikommissare im Stadtteil Alsterdorf werde nun praxisbezogener und leistungsorientierter, betonte Nagel. Für den Herbst ist die Umstellung auf Bachelor- Studiengänge geplant.

Als Gründungspräsident wurde Polizeidirektor Jörg Feldmann bestellt. Die SPD-Bürgerschaftsfraktion bezeichnete seine Amtseinführung als "bodenlose Unverschämtheit". "Eine saubere Ausschreibung hat es nicht gegeben", kritisierte SPD-Innenexperte Andreas Dressel. Obwohl der Kandidat in der Deputation durchgefallen ist, soll die Amtseinführung jetzt "im Hau-ruck-Verfahren durchgepeitscht" werden. Das parteipolitische Engagement Feldmanns lege nahe, dass es sich bei seiner Ernennung um "Vetternwirtschaft" handelt, meinte Dressel. Die Innenbehörde wies den Vorwurf, Feldmanns CDU-Mitgliedschaft habe etwas mit seiner Ernennung zum Hochschulpräsidenten zu tun, als "völlig abwegig" zurück.

Feldmann war bis 2001 Revierleiter in Hamburg-Poppenbüttel und arbeitete anschließend als Dozent an der Schule der Bundespolizei in Lübeck.

( dpa )