Täter trugen HSV-Kleidung

Überfall auf St.-Pauli-Fans: Polizei hofft auf neue Hinweise

Choereografie der St.-Pauli-Fans vor dem Derby gegen den HSV am 10. März im Millerntor-Stadion.

Choereografie der St.-Pauli-Fans vor dem Derby gegen den HSV am 10. März im Millerntor-Stadion.

Foto: Christian Charisius / dpa

Zwei Jahre nach brutaler Attacke am Nedderfeld starten die Ermittler einen weiteren Zeugenaufruf. Waren die Täter HSV-Anhänger?

Hamburg. Die acht St.-Pauli-Fans ahnten nichts, als sie im Parkhaus des Einkaufszentrums Nedderfeld Center ihren Kleinbus vor einer Autovermietung abstellten. Hinter ihnen lag eine lange Rückreise vom Auswärtsspiel beim FC Erzgebirge Aue, es war inzwischen halb zwei in der Nacht. Kaum dass sie aus dem Neunsitzer ausgestiegen waren, wurden sie von einer Horde von mindestens 20, teilweise maskierten und mit HSV-Fanutensilien bekleideten Personen mit Steinen und Bierflaschen attackiert wurden.

Brutal schlugen und traten die Angreifer auf sie ein. Die schlimme Bilanz: Eine damals 27 Jahre alte Frau erlitt einen Jochbeinbruch, fünf weitere St.-Pauli-Anhänger wurden leicht verletzt. Die Täter erbeuteten zudem mehrere Fanutensilien des FC St. Pauli. Der damalige Trainer Ewald Lienen zeigte sich in einer Pressekonferenz über den Vorfall erschüttert.

"Unterirdisch": Lienen wird über Überfall aufgeklärt

St. Paulis Trainer reagiert betroffen auf die Meldung eines gewalttätigen Übergriffs auf Fans seines Vereins.
"Unterirdisch": Lienen wird über Überfall aufgeklärt
Video: abendblatt.tv

Polizei startet neuen Zeugenaufruf

Am Donnerstag kommender Woche jährt sich der Vorfall zum zweiten Mal. Und noch immer hat die Polizei keine heiße Spur gefunden. Auch eine Vernehmung der Opfer habe keine Erkenntnisse gebracht, die zur Festnahme oder auch nur zur Identifizierung der Täter hätte führen können.

Deshalb wenden sich die Ermittler des Landeskriminalamts für Sportgewalt nun erneut an die Öffentlichkeit. Personen, die Hinweise zu den unbekannten Tätern geben können oder Beobachtungen im Zusammenhang mit der Tat vom 28. März 2017 gemacht haben, werden gebeten, sich unter der Rufnummer 040 4286-56789 zu melden.