Museen

Ost-Kunst jenseits der Norm

Nach dem Willen der SED hatte die Kunst dem Sozialistischen Realismus zu entsprechen. Die Realität der in der DDR entstandenen Kunst sah freilich anders aus, denn neben den Werken der linientreuen Staatskunst gab es ein enormes Spektrum künstlerischer Positionen, die sich den ideologischen Vorgaben entzogen. So scherte sich etwa der Dresdner Bildhauer und Maler Hermann Glöckner (1889–1987) kaum um die offizielle Doktrin und schuf schon in den 1950er-Jahren konstruktivistische Werke von bemerkenswerter Qualität. Und neben den arrivierten Künstlern, die den Begriff des Sozialistischen Realismus oft sehr eigenwillig interpretierten, gab es eben auch Abstraktion und sogar Performance- und Aktionskunst. Unter dem Titel „Hinter dem Horizont“ vermittelt das Staatliche Museum ein verblüffend vielschichtiges Bild der Kunst der DDR, das sich jeder stereotypen Zuordnung entzieht – eine Ausstellung zur Horizonterweiterung.