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Chancen in der Küche

Als Fachkraft im Gastgewerbe arbeitet Dominic auch mal um 5 Uhr morgens

b „Gardemanger“ oder „Entremetier“ – in einer professionellen Küche wird Französisch gesprochen. Dominic Schmehl weiß, was es damit auf sich hat. Denn er hat im Dorint Hotel in Eppendorf eine Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe gemacht. „Der Gardemanger ist zuständig für die kalte Küche. Er stellt Vorspeisen und Salate, teilweise auch leckere Desserts her“, erläutert der 20-jährige Hamburger. Der Entremetier hingegen sei hauptsächlich für Beilagen wie Kartoffeln, Reis oder Klöße verantwortlich.

Die Fachkraft im Gastgewerbe kommt in Hotels und Restaurants jedoch nicht nur in der Küche zum Einsatz, sondern auch im Büfettbereich, im Wirtschaftsdienst oder in der Gästebetreuung. Entsprechend breit gefächert ist das Arbeitsgebiet, das auch den Getränkeausschank, das Herrichten von Gasträumen oder das gekonnte Servieren von Speisen beinhaltet.

„Wer sich für diesen Beruf interessiert, der sollte sich darüber im Klaren sein, dass in den meisten Betrieben Schicht- und Wochenenddienste an der Tagesordnung sind. Man muss oft arbeiten, wenn andere Feierabend haben“, sagt Dominic. Wenn er für das Frühstücksbüfett im Dorint eingeteilt ist, muss er um 5 Uhr morgens zum Dienst erscheinen. „Ich bereite dann mit den Kollegen das Büfett in der Küche vor und baue es dann im Gastraum auf. Ich kümmere mich aber auch darum, dass immer wieder neu aufgefüllt wird und alles ansprechend für unsere Gäste aussieht“, erzählt Dominic.

In Hamburg wird der Ausbildungsberuf in zwei Jahren mit den Schwerpunkten Service, Küche und Systemgastronomie gelehrt. „Das liegt vor allem daran, dass der Unterricht an der Berufsschule im Umfang vergleichsweise reduziert und nicht so anspruchsvoll ist wie beispielsweise der Berufsschulunterricht für die angehenden Köche. Die Ausbildung ist daher für alle ideal, die nicht so eine perfekte Schulzeit hatten und im Gastgewerbe ihren zukünftigen Weg gehen wollen“, erläutert Anke Büttenbender, stellvertretende Landesgeschäftsführerin und Referentin Gastronomie des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Hamburg. Wie die Branchenexpertin weiter berichtet, würden viele Azubis im Anschluss an ihre Ausbildung zur Fachkraft im Gastgewerbe noch aufsatteln, um in einem Jahr, maximal in zwei Jahren, noch Koch, Restaurantfachleute oder Fachleute für Systemgastronomie zu werden. Auch Dominic kann sich vorstellen, sich zum Koch weiterzuqualifizieren. Aber im Moment hat er so viel Spaß an seiner Arbeit im Dorint, dass es für ihn kein Thema ist, wieder die Schulbank zu drücken.

„Für die Ausbildung spricht auch, dass die Fachkräfte im Gastgewerbe nach der Ausbildung immer einen Job finden, in dem sie sich dann weiterentwickeln können, sofern sie dies wünschen“, sagt Anke Büttenbender.