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Für Leute mit Durchblick

Optiker sind Augenexperten, Handwerker und Modeberater zugleich. Das macht den Job so abwechslungsreich und attraktiv

rsprünglich dachte Maria Petronela Schindowski, Augenoptiker haben nur mit dem Verkauf von Brillen zu tun. „Tatsächlich aber ist der Beruf eine Kombination aus Handwerk, Mode- und Typberatung sowie einer Menge Fachwissen über das Auge“, weiß die frischgebackene Gesellin, die bei Fielmann gelernt hat. Das Auge ist ein komplexes Sinnesorgan, das mit der Zeit schwächer wird und unterstützt werden muss. Die optimale Brille dazu wird durch eine Bedarfsanalyse gefunden: Ist eine Gleitsicht-, Lese- oder Sportbrille gefragt? Ist der Kunde weit- oder kurzsichtig?

„Im nächsten Schritt geht es um die Optik der Brille“, erklärt Maria. Um ihre Kunden typgerecht beraten zu können, achtet Maria auf Augen- und Haarfarbe sowie die Gesichtsform. „Aber auch auf das Outfit und ob es sich eher um einen zurückhaltenden oder extrovertierten Menschen handelt“, erklärt Maria. Sie selbst ist eindeutig der lebendige Typ, der den Kontakt mit Menschen liebt. „Je besser meine Sprachkenntnisse wurden, desto mehr Spaß machte der Beruf. Kommunikation ist der Schlüssel.“ Die gebürtige Indonesierin kam vor fünf Jahren der Liebe wegen nach Deutschland. In ihrer Heimat hatte sie Lebensmittelchemie studiert. „Doch damit war ich nicht glücklich, denn ich gehe lieber mit Menschen um.“

Maria bringt eine entscheidende Voraussetzung mit, so die Volksdorfer Niederlassungsleiterin Mandy Dieterich. „Menschen zu mögen und die Lust an der Kundenkommunikation lassen sich nicht lernen, anders als das Handwerk oder die Inhalte in der Berufsschule.“ Trotzdem sollten Bewerber gute Kenntnisse in Mathematik und Physik mitbringen, ein gutes Gespür für Farben und Formen sowie handwerkliches, also feinmotorisches Geschick. In der Berufsschule stehen zudem Deutsch, Wirtschafts- und Sozialkunde auf dem Stundenplan.

Die Azubis lernen im ersten Jahr den Umgang mit den verschiedenen Materialien für die Fassungen – etwa Metall, Nylor (fadengehaltene Gläser) – und entwickeln ein Gefühl für das Feilen und Schleifen mineralischer oder Kunststoffgläser. Zur Ausbildung gehört das Fertigen einer Brille in Handarbeit. Im zweiten Lehrjahr kommt der Kundenkontakt hinzu.

Gesellen sind heiß begehrt. „Bundesweit suchen die Betriebe händeringend motivierten Nachwuchs.“ sagt Lars Wandke, Sprecher des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen.