Neonikotinoide: Auch Ersatzstoff schädigt Hummeln

Wirkstoff Sulfoxaflor ist bereits zugelassen

London. Ein Ersatz-Schädlingsgift für die teils in der Landwirtschaft verbotenen Neonikotinoide schädigt nützliche Hummeln. Das berichten Forscher der Royal Holloway University of London im britischen Wissenschaftsmagazin „Nature“. Für ihre Studie untersuchten sie Insektizide mit dem Wirkstoff Sulfoxaflor, der in mehreren Ländern bereits zugelassen ist. Das Ergebnis: Dunkle Erdhummeln (Bombus terrestris), die der Substanz ausgesetzt waren, hatten viel weniger Nachkommen als Artgenossen. 25 Hummel-Völker waren zwei Wochen lang Sulfoxaflor in einer Konzentration ausgesetzt, wie sie nach dem Einsatz auf Feldern auftritt.

Neonikotinoide hatten lange in der Landwirtschaft den Ruf einer Wunderwaffe, weil sie Fressfeinde der Pflanzen töten, aber nützliche Insekten angeblich nicht. Nach und nach entdeckten Forscher aber, dass die Substanzen doch Bienen und andere Pflanzenbestäuber schädigen können. Die EU-Staaten – auch Deutschland – stimmten im Frühjahr für ein Freilandverbot von drei Neonikotinoiden: Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid. Sulfoxaflor galt bislang als geeigneter Ersatz.