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Rache ist nicht süß, taugt aber als Fortsetzung

Im zwiespältigen Thriller „Equalizer 2“ überzeugt Denzel Washington als Ex-CIA-Agent

Dieser Film hat nichts mehr mit seiner Vorlage zu tun. Als vor vier Jahren das Remake der Selbstjustiz propagierenden 80er-Jahre-Krimiserie „The Equalizer“ ins Kino kam, war außer dem Namen und der einstigen Profession der Hauptfigur Robert McCall nicht mehr viel übrig. Robert Woodward spielte in der Serie den Rächer auf Bestellung als netten, älteren Herrn mit britischer Eleganz.

Das Remake von Regisseur Antoine Fuqua entwickelte eine völlig neue Actionstory, die dank Denzel Washington als Ex-CIA-Killeragent McCall punkten konnte. Nun kommt mit „Equalizer 2“ eine Fortsetzung, die auch als zeitgemäßes Remake der „Ein Mann sieht rot“-Reihe mit Charles Bronson durchgehen könnte. Erstmals ließ sich Washington zu einer Fortsetzung überreden.

Dieser McCall bietet seine Dienste für ausgleichende Gerechtigkeit nicht über Zeitungsannoncen an. Er lebt zurückgezogen. Er liest Bücher wie Ta-Nehisi Coates’ „Zwischen mir und der Welt“. Er kümmert sich mit väterlicher Fürsorge um die Mieter in seinem Wohnblock. Er jobbt als Fahrer eines Taxidienstes. Und regelt Probleme auf seine Art. Gleich zum Einstieg setzt er in der Türkei die Entführer der Tochter seiner Buchhändlerin schachmatt, bevor sich die eigentliche Story entwickelt. Die hat mit seiner Geheimdienst-Vergangenheit zu tun. Seine ehemalige CIA-Chefin und Vertraute (Melissa Leo) wird brutal ermordet. McCall nimmt das persönlich. Er schwört Rache und sticht in ein Agenten-Wespennest, das er gezielt und ziemlich brutal ausräuchert. „Equalizer 2“ ist gut gemachtes Actionkino mit einigen Längen und moralisch zwiespältiger Botschaft, das aber mit Denzel Washington an Format gewinnt.

Er spielt diesen todbringenden Gutmenschen überzeugend und konsequent – in einem Film allerdings, der zu viele Geschichten auf einmal erzählen will.

„The Equalizer 2“ USA 2018, 121 Min., ab 16 J., R: Antoine Fuqua, D: Denzel Washington, Ashton Sanders, Pedro Pascal, Melissa Leo, täglich im Cinemaxx Dammtor/Harburg/Wandsbek, UCI Mundsburg/Othmarschen-Park/Wandsbek