Kino-Tipp

"Gans im Glück“ ist ein recht vorhersehbarer Spaß

Foto: © Original Force Ltd. / © 2018 Wild Bunch Germany

Ein überzeugter Single mit großer Klappe und wenig Verantwortungsbewusstsein entdeckt durch die Bekanntschaft mit zwei Kindern seine familiäre Ader. Nein, hier handelt es sich nicht um eine weitere Til-Schweiger-Komödie. Mit „Gans im Glück“ feiert Christopher Jenkins sein Regiedebüt, ein routinierter Animationskünstler, der sich seine Sporen in Disney-Filmen wie „Arielle“ und „König der Löwen“ verdient hat. Nun erzählt er von dem jungen Gänserich Peng, der sich kurz vor dem jährlichen Flug seines Schwarms Richtung Süden den Flügel verletzt und zurückbleiben muss.

Aus Versehen rettet er Lissy und Lucky, zwei vorwitzigen Entenküken, das Leben, die ihm fortan auf Schritt und Tritt am Federkleid-Zipfel hängen. Und so machen sich die drei gemeinsam auf den Gänsemarsch, Pengs Artgenossen hinterher. Verfolgt von einem Killer-Kater durchwatscheln sie die malerischen Landschaften Chinas. Ihr größtes Abenteuer erwartet sie jedoch in der Hölle namens Großstadt, in der finstere Köche drohen, alles in eine Peking-Ente zu verwandeln, was nicht schnell genug davonflattert.

Einen Originalitätspreis hat „Gans im Glück“ nicht verdient, zu vorhersehbar steuert die Patchworkfamilie ihrem Happy End entgegen. Aber außer vielen amüsanten kleinen Details und hoher Action-Dichte, die das Publikum unter fünf Jahren latent überfordern dürfte, beeindruckt vor allem das Niveau der Animation. Weder die winddurchwehten Wiesen noch die sich flauschig aufplusternde Küken brauchen sich hinter den großen US-Studios zu verstecken.

Möglich war das wohl nur, weil „Gans im Glück“ als US-chinesische Koproduktion an den Start ging, was in Zeiten des gegenwärtigen Wirtschaftskriegsgebarens durchaus Erwähnung verdient. Warum der Film dann zunächst nur in China in die Kinos kam und in den USA nur über Netflix vertrieben wird, das ist wieder eine ganz andere Geschichte.

„Gans im Glück“ China/USA 2018, 91 Minuten, ohne Altersbeschränkung, Regie: Christopher Jenkins, täglich im Cinemaxx Dammtor/Harburg/Wandsbek, Hansa, UCI Othmarschen Park und Zeise