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Fünf Freunde sind zwei zu viel

Die wenigsten haben mehr als drei beste Kumpel, wissen Experten. Gedanken zum Tag der Freundschaft

Endlich mal etwas Gutes! Heute ist der Tag der Freundschaft. Das ist ein großes Wort für ein Phänomen, das in zahlreichen Variationen existiert. Da gibt es zum Beispiel die besten Freunde. Selten sind es mehr als drei, schreibt der Berliner Psychologe Wolfgang Krüger in seinem „Freundschaft“-Buch. Frauenfreundschaften pflegen demnach etwa zwei Drittel der weiblichen Bevölkerung. Nur ein Drittel der Kerle hat so richtige Männerfreundschaften. Wie kommt das? Männer wollen keine Schwächen zeigen, glaubt Krüger. Das wiederum liege an den Frauen. Sie würden die klassische Alpha-Eigenschaft „Status“ in Form des beruflichen Erfolgs als besonders männlich bewerten. Sie mögen gleichzeitig aber auch eine liebevoll gelebte Vaterrolle. „Frauen erträumen sich einen Alpha-Softie“, so der Psychologe.

Und was ist mit echten, guten Freunden? Lange bevor Franz Beckenbauer zur Lichtgestalt und zum WM-Beschaffer wurde, also etwa in seiner Zeit als Tütensuppenkasper, offenbarte er auch seine Qualitäten als Goldkehlchen und trällerte „Gute Freunde kann niemand trennen.“ Es sei denn, der Vertrag läuft aus.

Konrad Adenauer machte anschaulich, wie wenig sich Freundschaft mit Macht verträgt, und steigerte: „Freund, Feind, Parteifreund“. An einem Tag wie diesem möchte man aber auch dem ansonsten nicht gerade unter Philosophieverdacht stehenden Schauspieler Marcello Mastroianni zustimmen, der bekannte: „Für mich ist es das Wichtigste, überall Freunde zu finden und möglichst ein italienisches Restaurant. Um den Tisch herumsitzen, Unsinn reden, essen, trinken, lachen – das ist die Hauptsache.“