Hamburg

Kampf gegen Extremisten: Senat stellt mehr Verfassungsschützer ein

Joana Ekrutt

„Absoluter Sicherheitsgewinn für Hamburg.“ Zahl der Islamisten in der Hansestadt auf 1565 angestiegen

Hamburg. Im Kampf gegen den Extremismus, vor allem der islamistischen Szene, soll der Hamburger Verfassungsschutz deutlich gestärkt werden. Dazu stockt der Senat den Verfassungsschutz, der jahrelang 150 Stellen verzeichnete, auf mehr als 200 Stellen auf. Aktuell liegt die Zahl bei rund 180 Stellen. „Diese kräftige Personalaufstockung bedeutet einen absoluten Sicherheitsgewinn für die Menschen in Hamburg“, sagte Innensenator Andy Grote (SPD) gestern bei der Vorstellung des neuen Verfassungsschutzberichtes. Der Anteil der erfassten Islamisten in der Hansestadt ist 2017 laut Verfassungsschutz auf insgesamt 1565 Personen gestiegen. Das sind gut 200 Islamisten mehr als noch 2016 (1355). „Wir haben es mit neuen Tätertypen zu tun, wie der Mord in Barmbek zeigt“, sagte Grote mit Blick auf den Messerstecher, der am 28. Juli 2017 in einem Barmbeker Supermarkt einen Menschen ermordete und sechs weitere Personen zum Teil lebensgefährlich verletzte.

Neben der Zahl der Islamisten ist auch die Zahl der Linksextremisten in Hamburg gestiegen. 1220 Personen wurden 2017 als linksextremistisch eingestuft (2016: 1100). 770 von ihnen werden als gewaltorientiert gesehen (2016: 650). Die Zahl der linksextremistischen Gewaltdelikte ist auf 1038 gestiegen, im Jahr zuvor wurden lediglich 185 solcher Delikte verübt. Ursache für den starken Anstieg sind die gewalttätigen Auseinandersetzungen im Zusammenhang mit dem G-20-Gipfel in Hamburg.

Die Zahl der Personen, die als rechtsextrem eingestuft werden, ist 2017 mit 320 konstant geblieben. 286 Straftaten waren rechtsextremistisch motiviert. Grote warnte vor den regierungskritischen Montags-Versammlungen: „Jeder, der dort mitmarschiert, macht mit rechtsextremistischen Organisatoren gemeinsame Sache.“

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