Konzert-Tipp

„Piano Man“ Billy Joel spielt im Volksparkstadion

Billy Joel mit Tochter Alexa Ray Joel  in „seinem“ Madison Square Garden

Billy Joel mit Tochter Alexa Ray Joel in „seinem“ Madison Square Garden

Foto: Getty Images / Getty Images Entertainment/Getty Images

Auf Konzertreisen müsste Billy Joel eigentlich nicht mehr gehen. Er hat ja den Madison Square Garden. Seit 2014 spielt er einmal pro Monat in der berühmten New Yorker Arena mitten in Manhattan als Residenzkünstler. Die Serie soll so lange laufen, wie die Fans die Shows des Sängers und Pianisten sehen wollen. Bisher ist der Run auf die zwischen 65 und 140 Dollar teuren Eintrittskarten ungebrochen. Jeder Auftritt war ausverkauft. Im Moment gibt es noch Tickets für September, die Auftritte im Juli und August sind ausverkauft. Das Konzert am 2. Juli ist bereits das 100., das Joel im Garden gibt. 1978, als er mit dem Album „52nd Street“ auf Platz eins der US-Hitparade stand, gastierte er zum ersten Mal in der 20.000 Zuschauer fassenden Halle. Vor „Billy Joel MSG 100“ im Juli ist der 69 Jahre alte New Yorker 53-mal in Folge dort aufgetreten.

Zwischendurch verlässt Billy Joel immer mal wieder seine Heimatstadt, um in amerikanischen und auch europäischen Stadien aufzutreten. Vor zwei Jahren gab er ein umjubeltes Konzert in Frankfurt, in diesem Sommer spielt er zuerst in Manchester, Dublin und am 30. Juni im Hamburger Volksparkstadion. Die nebenan gelegene Barclaycard Arena, in der Joel vor zwölf Jahren auftrat, reicht nicht mehr aus, um alle Kartenwünsche zu erfüllen. Wer sich so rar macht, erzeugt zwangsläufig eine große Nachfrage. Aber auch die Qualität von Joels Liedern ist ein wichtiger Schlüssel seiner Popularität. Dabei hat er seit 1993, als „Rivers Of Dreams­“ erschienen ist, kein neues Studioalbum mehr veröffentlicht. Sein Repertoire ist dennoch riesengroß.

Da sind seine Singlehits, angefangen beim „Piano Man“, das bei jedem Konzert auf der Setliste steht. „Just The Way You Are“, „Uptown Girl“ „Big Shot“, „All For Leyna“ und „We Didn’t Start The Fire“ sind nur ein paar Kracher aus seiner Song-Schatztruhe. Knapp 90 Millionen Alben hat Joel im Laufe seiner langen Karriere vor allem in den 70er- und 80ern verkauft. Dennoch war er vor ein paar Jahren fast pleite. Drei Scheidungen, schlecht ausgehandelte Plattenverträge und betrügerische Manager haben Joel um ein Vermögen gebracht. Er gibt zu, dass die kommerzielle Seite seines Ruhms ihn nicht besonders interessiert habe. Doch die New Yorker „Garden“-Serie ist die beste Altersversicherung, die ein Altstar sich wünschen kann. Und sicher angenehmer als monatelang in einem der großen Casinos in Las Vegas Abend für Abend auf der Bühne zu stehen, wie es viele der in die Jahre gekommenen Kollegen von Joel auch tun.

Die Auftritte in Manhattan setzen Billy Joel inhaltlich durchaus unter Druck, denn er kann nicht Monat für Monat dieselben Stücke spielen. Aber der Popkanon ist groß, und Joel bedient sich bei Nummern anderer Kollegen und covert sie. Beim Juni-Konzert hatte er unter anderem „1999“ von Prince, „When I’m 64“ und „Nowhere Man“ von den Beatles und „Kashmir“ von Led Zeppelin auf seinem Programmzettel. In Hamburg werden seine erfolgreichen Nummern natürlich auf der Setliste stehen, doch in die Karten lässt Joel sich vor keiner Show schauen. Auch in Hamburg wird er sicher manche Überraschung parat haben.

Billy Joel Sa 30.6., 20 Uhr, Volksparkstadion, Sylvesterallee 7, Karten ab 47,50 Euro im Vorverkauf