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Das späte Glück

Glücklich zu sein im Alter – das ist eigentlich ganz leicht. Findet jedenfalls Gisela Reimer. Und wie das geht, erklärt die 76-Jährige derzeit den Besuchern der neuen Ausstellung „Dialog mit der Zeit“ in der Speicherstadt, wo sie ehrenamtlich Führungen leitet. „Man muss immer aufgeschlossen sein und bereit, sich zu verändern“, sagt die gebürtige Chemnitzerin, die mit 16 Jahren alleine nach Hamburg kam, um hier eine Verwaltungslehre zu machen.

„Geht nicht gibt’s nicht“ war stets ihr Motto, und so hat sie in den unterschiedlichsten Berufen Fuß gefasst: erst als Schulsekretärin, dann als Beraterin bei der Leitstelle für die Gleichstellung der Frau und später als Redakteurin beim Offenen Kanal. Dass ihr seit der Geburt der linke Unterarm fehlt, hat sie nie aufgehalten. Weder beim Filmen noch beim Autofahren oder Wohnung­tapezieren. Heute ist die Barmbekerin, die 20 Jahre lang verheiratet war und heute alleine lebt, ebenso aktiv, geht schwimmen und wandern, fotografiert und singt im Chor. Und dass sie immer „auf der Höhe der Zeit“ ist, dafür sorgen ihre drei erwachsenen Enkel.

Das Abendblatt sieht aus Anlass seines
70. Geburtstags im Oktober in den kommenden Monaten regelmäßig Leser menschlich.