Berlin

Auch die Paartherapie half nicht

Berlin.  Millionen Zuschauer waren am Fernseher dabei, als Boris Becker seiner Lilly bei „Wetten, dass ..?“ einen Heiratsantrag machte. Glücklich sah er aus, der Bobele. Und weil das Publikum ihn liebte, nahm es ihm kaum einer krumm, dass er Privates so öffentlich machte. Sie seien durch Höhen und Tiefen gegangen, sagte der ehemalige Tennisprofi und verkündete in der Sendung gleich den Hochzeitstermin: Am 12. Juni 2009 soll es so weit sein. „Jetzt will ich sie nicht mehr loslassen.“ Lang ist es her. Gekämpft haben sie, vor allem im letzten Jahr, als Becker immer wieder wegen finanzieller Schwierigkeiten in die Schlagzeilen geriet. Schon länger machte das böse Wort „Scheidung“ die Runde. Nun ist es amtlich: Das Paar hat sich getrennt.

„Einvernehmlich und freundschaftlich“ sei man auseinander­gegangen, teilte ein Anwalt des dreifachen Wim­bledon-Siegers mit. Vor 13 Jahren hatten sich Boris Becker (50) und das niederländische Model Sharlely „Lilly“ Kerssenberg (41) kennengelernt. Es war der Start in eine Welt voller Glanz und Glamour. Jetset, Feiern – ein Leben auf großem Fuß. Doch dann geriet die Sportlegende in finanzielle Schwierigkeiten.

Immer wieder betonte Lilly Becker, sie stehe zu ihrem Mann – in guten wie in schlechten Zeiten, immer wieder geriet sie in Rage, wenn jemand schlecht über ihren Boris sprach und ihm sogar den kompletten Ruin vorhersagte. Sie, die den Luxus liebte – Privatjet, Designermode, noble Autos –, redete auf einmal davon, dass sie auch kürzertreten wolle. Sie lieh sich zwar das Gala-Dirndl fürs Oktoberfest, doch als unbezahlte Friseurrechnungen von mehr als tausend Euro die Runde machten, glaubten nur noch wenige an ihren inneren Wandel. Lilly, die Kämpferin, schien schon bald keine Lust mehr zu haben, ihrem Gatten den Rücken zu stärken.

Auch wenn Lilly Becker in TV-Castingshows wie „Let’s Dance“ stets die glückliche Ehefrau spielte – in der Ehe kriselte es. Irgendwann wollte sie nicht mehr PR für ihre Ehe machen. Ihre strahlende Fassade zeigte deutliche Risse. Während der Ehemann sich weitgehend mit Aussagen über die Beziehung zurückhielt, weinte sich Lilly in bunten Magazinen aus. Sie habe ihren Frust mit Wodka heruntergespült. Und sich „komplett gehen lassen: zu viel getrunken, zu viel geraucht“. Boris habe das nicht mitbekommen, „weil er selber so beschäftigt war“. Er jettete um die Welt, sie ging feiern und flirten.

Aber dann sei sie es gewesen, die versuchte zu retten, was zu retten war. Die Mutter des gemeinsamen Sohnes Amadeus Becker (8) wollte sich nicht völlig aufgeben. Sie schloss den Wodka weg und versuchte ihre Ehe zu retten. „Wir haben eine Paartherapie gemacht, obwohl wir beide immer gedacht haben, dass wir so was nie brauchen würden“, erzählt sie in Interviews.

Vater von vier Kindern

Sogar an Nachwuchs habe sie gedacht und mehrere künstliche Befruchtungen probiert. Erfolglos. „Ich hatte letztes Jahr eine OP, mir wurde eine Zyste entfernt“, berichtet sie. Aber sie habe ihre Eizellen einfrieren lassen.

Über Kindermangel kann sich Boris Becker nicht beklagen. Noah (24), Elias (18) sind seine Söhne aus erster Ehe mit Barbara Becker. Aus der sogenannten Besenkammer-Affäre mit Angela Ermakova stammt Tochter Anna (18). Seine Familie war ihm immer wichtig, sagte Becker oft. Und dass es sein größter Wunsch sei, „mit Lilly alt zu werden“. Er wollte es glauben; die Öffentlichkeit hatte längst Zweifel.