Osdorf

Hamburgs Stadtteil mit den größten Gegensätzen

Osdorf. Vom Villenviertel in Hochkamp bis zur Hochhaussiedlung Osdorfer Born: In Hamburg gibt es keinen anderen Stadtteil, der solche Gegensätze in sich vereint, wie Osdorf. 2018 wird das Viertel 750 Jahre alt und das feiern die Osdorfer ordentlich. Der Höhepunkt des Festjahres beginnt an Pfingstmontag, 21. Mai, mit einer Woche voller Veranstaltungen. Daher haben die Organisatoren derzeit auch alle Hände voll zu tun. Dr. Gerhard Jarms ist einer von ihnen.

Der Osdorfer Jung engagiert sich seit 33 Jahren im Bürger- und Heimatverein Osdorf. Seit rund 20 Jahren sitzt er dem Verein sogar vor. „Unser Ziel ist es, die Stadtentwicklung von Osdorf positiv zu begleiten“, sagt der 70-Jährige. „Ich habe immer dafür gekämpft, dass im Ortskern alle Geschäfte wie Apotheke, Post, Gemüsemann vorhanden sind, damit die täglichen Bedarfe gedeckt werden können. Wenn das weiterhin so ist, haben wir unseren Job gut gemacht.“ Doch derzeit kämpft Jarms weniger um den Erhalt alter Bausub­stanz oder um die Belebung des Dorfkerns am Rugenbarg, sondern er ist viel mehr rund um die Uhr mit der Organisation der Festwoche beschäftigt.

Das Jubiläumsfest, aus dessen Anlass der Bürgerverein auch noch eine überarbeitete und aktualisierte Stadtteilchronik herausgibt, ist Jarms letztes großes Projekt als Vorsitzender des Bürgervereins. Zur kommenden Neuwahl im März stellt er sich nicht mehr für ein Amt zur Verfügung. „Dann gehe ich richtig in den Ruhestand“, sagt Jarms, der bis zu seiner Pensionierung 2013 am Zoologischen Institut in Hamburg Quallen erforschte. So gut wie er sich mit Medusen der Meere auskennt, so genau ist er über seinen Heimatort informiert.

Es braucht nur ein Stichwort und Jarms berichtet über die Entstehung der Hochkampklausel, die im Villenviertel strenge Bauleitlinien festlegt, oder er spricht über die heute noch erhaltenen alten Bauernhöfe wie den Behrmann-Hof an der Osdorfer Landstraße, wo inzwischen chinesisches Essen serviert wird. Jarms kann auch von Originalen des Ortes lebendig erzählen, wie dem „alten Wohlers“, der das Wetter vorhersagen konnte. „Das war besser als mancher Wetterbericht heute“, weiß Jarms. Osdorf ist seiner Ansicht nach viergeteilt. Der Stadteil bestehe aus dem Villenviertel Hochkamp, dem Dorfkern, der Hochhaussiedlung Osdorfer Born sowie Osdorf Mitte (ehemalige Reichsheimstätten) westlich der Flurstraße.

Zahlreiche Veranstaltungen auch im Heidbarghof geplant

Mittendrin liegt ein Kleinod, das das kulturelle Zentrum des Ortes bildet. Der reetgedeckte Heidbarghof samt Nebengebäude und dem herrlichen Bauerngarten gegenüber der Kirche St. Simeon wurde von seiner letzten Besitzerin Elisabeth Gätjens den Osdorfern vermacht. Eine Stiftung kümmert sich nun um den Erhalt des Gebäudes aus dem 17. Jahrhundert und betreibt das Haus als Kulturzentrum im Sinne der Stifterin. Und so wird es auch im Heidbarghof in der kommenden Woche eine Reihe von Veranstaltungen geben – unter anderem historische Ausstellungen.

In der kommenden Woche stehen dann zahlreiche Veranstaltungspunkte auf dem Programm. Ein Höhepunkt ist der für Sonntag, 26. Mai, geplante Festumzug durch den Ort. Die Teilnehmer, darunter Trachtengruppen, Vereine und Verbände, starten an der Ecke Wesselburer Weg/Dörfeldstraße. Um 10.30 Uhr geht’s los. Ziel ist das Festgelände auf dem Schulareal am Goosacker. Dort erwarteten die Besucher viele Angebote. Unter anderem wird die in Osdorf stationierte Reiterstaffel vor Ort sein. Zudem können Interessierte in einem alten rosafarbenen Schnellbus Osdorf erkunden, und zwar am 22. und 23. Mai, jeweils um 11 und um 16 Uhr. Abfahrt: Bushaltestelle Langelohstraße Nord vor Leseberg in Richtung EEZ. Anmeldung wird unter der Nummer 040/800 84 36 erbeten.

Ein weiterer Höhepunkt: Das eigens einstudierte Musical „Oslevs Dorf“ wird am Sonnabend und Sonntag, 26. und 27. Mai, jeweils um 16 Uhr im Festzelt auf dem Sportplatz der Grundschule Goos­acker, Goosacker 41, gespielt. Eintritt:
8,- Euro, ermäßigt 4,- Euro.

Weitere Informationen zum Festprogramm und den Veranstaltungen finden Sie unter: www.osdorf750.de