Gastro-Tipp

Ristorante La Rucola überzeugt in Bergstedt

Kirsten Jacob betreibt das La Rucola mit Partner Denion Bace

Kirsten Jacob betreibt das La Rucola mit Partner Denion Bace

Foto: Klaus Bodig / Klaus Bodig / HA

Hunger in einer typischen Wohngegend im Nordosten Hamburgs und keine Lust zum Kochen? Die Auswahl ist nicht so groß wie in der Schanze oder in Eppendorf. Aber Rettung naht mit dem Ristorante La Rucola, gelegen im Einkaufszen­trum Walddörfer Rondell zwischen Friseur, Apotheke und Supermarkt. Auf den ersten Blick ein Vorstadt-Italiener, aber das Lokal überzeugt mit kreativen Speisen abseits von Pizza Tonno, Insalata Mista und Penne Arrabiata.

Seit zehn Jahren begrüßen Denion Bace und Kirsten Jacob hier die Gäste. Er ist eigentlich studierter Jurist aus Mailand, sie arbeitet unter der Woche noch als Angestellte in einem Hamburger Unternehmen. „Die Juristerei war mir dann doch zu trocken“, sagt der 46-Jährige, der acht Angestellte beschäftigt, darunter natürlich einen italienischen Koch.

Im ersten Gastraum mit dem großen Tresen stehen einige Tische auf der Empore, an der Wand hängen geschmackvolle Fotos mit Motiven aus Italien. Der zweite helle und freundliche Raum eignet sich gut für größere Gruppen und Gesellschaften. Bei schönem Wetter gibt es noch 40 Plätze auf der Terrasse hinter einer schützenden Hecke.

Auf der Tafel stehen Tages- und Saison-Empfehlungen wie Kalbsleber

Zur Begrüßung kommen Brot, Oliven und aufgeschlagene Knoblauch-Kräuterbutter auf den Tisch. Der Service ist aufmerksam und freundlich. Geduldig ­erklärt der Kellner aus Mazedonien dem neugierigen Gast, wie man aus einer ­Serviette eine Tropfenfänger-Krawatte für die Weinflasche faltet. Und er bringt flink Wasser sowie den süffigen Hauswein Trebbiano oder Merlot (0,25 Liter für 4,50 Euro).

Als Vorspeisen werden eine fruchtige und leicht süße Tomatensuppe (4,90 Euro) und ein zartes Carpaccio vom Rind mit Pinienkernen und Parmesanspänen (9,90 Euro), innen sehr cremiger Ziegenkäse mit Parmaschinken und Balsamico (9,90 Euro), serviert. Sowie perfekt gegrillte Calamaretti mit Rucola und gut passendem Basilikum-Öl (10,90 Euro) serviert. Neben der normalen Karte mit klassischen italienischen Gerichten stehen auf der Tafel Tages- und Saison-Empfehlungen.

Zum Beispiel die Kalbsleber (18,90 Euro) mit Salat und angerösteten Kartoffeln, auf den Punkt gebraten und begleitet von einer gut abgeschmeckten Rotwein-sauce. Kleiner Minuspunkt: Das Fleisch schwimmt in zu viel Tunke. Die sollte extra serviert werden, damit die Gäste selbst entscheiden können, wie viel sie davon auf dem Teller haben möchten.

Oder die Tagliarini mit Scampi und Jakobsmuscheln (14,90 Euro). Die Nudeln sind dünn und angenehm al dente, die Tomatensauce ist würzig und in der Menge ausreichend, die Meerestiere sind üppig portioniert.

Die Krustentiere sind trotz des Öls überhaupt nicht fett

Auf der Karte ist die Pizza aus lockerem Teig mit Knusperrand und viel Belag zu finden: Parmaschinken, Rucola, frische Tomaten und Parmesan (11,90 Euro und damit die teuerste Pizza). Und auch die sechs Riesengarnelen – wirklich groß – in Olivenöl mit Knoblauch und Paprika­gemüse, Salat und Kartoffeln machen den Gast sehr zufrieden und satt. Positiv: Die Krustentiere (19,90 Euro) sind trotz des Öls überhaupt nicht fett.

Eigentlich ist keiner mehr hungrig. Aber das gemischte Dessert von der Tafel mit vier Löffeln rutscht noch rein: Pistazien-Parfait und Tiramisu, Himbeer-Mascarpone-Creme im Schokoladen-Rand sowie frische Erdbeeren. Alles hausgemacht und lecker, nicht zu süß und dann doch schnell aufgegessen.

Der Espresso aus der italienischen Siebträger-Maschine ist heiß und kräftig, und der Limoncello zum wirklichen Abschluss hausgemacht und ein hochprozentiger Genuss.

Satt und zufrieden endet der Abend am Stadtrand. Das Ristorante La Rucola hat das Potenzial zum Stamm-Italiener.

Ristorante La Rucola Stüffeleck 2, dienstags bis sonnabends 12 bis 15 und 17.30 bis 22 Uhr, sonntags 12 bis 22 Uhr, T. 604 80 62

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