Hamburg

Kitas, Müllabfuhr, Hafenbetrieb – Ver.di ruft zu Warnstreiks auf

Einschränkungen für Bürger bei Kinderbetreuung, Bücherhallen und Recyclinghöfen zu erwarten

Hamburg.  Am Mittwoch werden die Bürger in Hamburg die Tarifauseinandersetzung im öffentlichen Dienst erstmals am eigenen Leib zu spüren bekommen. Die Gewerkschaft Ver.di ruft für morgen bundesweit zu einem eintägigen Warnstreik auf. Der Aufruf richtet sich in Hamburg an rund 25.000 Beschäftigte der Stadt und des Bundes.

Vor allem die Eltern der 28.000 Kinder, die eine der 185 städtischen Elbkinder-Kitas besuchen, müssen sich auf Einschränkungen bis hin zu Schließungen einstellen. In vielen Kitas wird es vermutlich nur eine reduzierte Erzieher-Besetzung geben. Sollten mehrere Mitarbeiterinnen streiken, kann es sein, dass die Eltern gebeten werden, die Betreuung ihrer Kinder anders zu organisieren. Nach Möglichkeit soll aber überall zumindest ein Notdienst bereitstehen.

Stark betroffen sein dürfte auch die Stadtreinigung: Wahrscheinlich wird es in allen zwölf Recyclinghöfen zu Einschränkungen kommen – wenn sie überhaupt öffnen. Auch auf die Müllabfuhr könnten die Bürger in Teilen der Stadt vergeblich warten. Nur eingeschränkt zur Verfügung stehen werden auch die 32 Bücherhallen sowie die Zentralbibliothek und die zwei Bücherbusse. Ver.di geht davon aus, dass es auch zu Schließungen kommt.

Da auch Mitarbeiter der Hamburg Port Authority (HPA) zu dem Streik aufgerufen sind, könnte es auch im Hafen an einigen Stellen haken – etwa bei Schleusen oder Klappbrücken. Ferner sind die Staatstheater, der Zoll und das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hy­drographie betroffen.

Ver.di fordert eine Tariferhöhung von sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro pro Monat. Gleichzeitig sollen die Ausbildungsvergütungen und Praktikantenentgelte um 100 Euro pro Monat angehoben werden. Die Vorschrift, Auszubildende nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung zu übernehmen, will die Gewerkschaft wieder in Kraft setzen. Die Arbeitgeber haben bislang kein Angebot gemacht und die Forderungen als überzogen kritisiert. Die Verhandlungen werden am 15. April in Potsdam fortgesetzt.

Seite 13 „Wir werden Stärke zeigen“