Hamburg

Hamburgs Polizei fährt Verkehrskontrollen zurück

Weniger Blitzer und Überwachung. CDU: „Hamburg ist Raserhauptstadt und ein Paradies für Drängler“

Hamburg.  Die Polizei hat einen großen Teil der Verkehrskontrollen im vergangenen Jahr deutlich reduziert. Obwohl kürzlich durch eine Versicherungsstudie festgestellt wurde, dass in keiner anderen Großstadt so oft zu schnell gefahren wird wie in Hamburg, ist die Zahl der mobilen Radarkontrollen 2017 auf einen neuen Tiefstand gesunken. Hatte es seit SPD-Regierungsübernahme 2011 stets um die 5000 Einsätze mit mobilen Radargeräten gegeben, so sank die Zahl im Jahr 2016 bereits auf nur noch 4606 und 2017 auf den neuen Tiefstand von 3983 Einsätzen. Das ergibt sich aus der Antwort des rot-grünen Senates auf eine Kleine Anfrage des CDU-Verkehrspolitikers Dennis Thering.

Dass die Hamburger Polizei den Straßenverkehr weniger intensiv überwacht, zeigt sich demnach auch an der Zahl der stadtweiten Großkontrollen. Gab es im Jahr 2012 noch 77 solcher Großaktionen, sank die Zahl seither ständig. 2015 gab es 61 Großkontrollen, 2016 noch 54 und im vergangenen Jahr sogar nur 43.

Zurückgegangen ist auch die Zahl der geblitzten Rotlichtsünder. Wurden an den elf stationären Ampel-Überwachungsanlagen im Jahr 2016 noch 10.965 Autofahrer bei Verstößen ertappt, so waren es im vergangenen Jahr nur 9542. Einige der Anlagen waren im Verlauf des Jahres wegen technischer Defekte oder Wartungsarbeiten monatelang außer Betrieb – eine sogar das gesamte Jahr über.

Deutlich mehr geblitzt wurde dagegen von den mittlerweile 28 stationären Geschwindigkeitsüberwachungsanlagen. 469.427-mal wurden Autofahrer im vergangenen Jahr wegen zu schnellen Fahrens geblitzt. Im Jahr 2016 wurden von den seinerzeit noch 24 Anlagen lediglich 234.988 Fahrer beim Zuschnellfahren fotografiert.

CDU-Verkehrspolitiker Thering kritisierte die Kombination aus Rückgang mobiler Radarkontrollen und Rekordeinnahmen bei den stationären. „Hamburg ist nicht nur Raserhauptstadt unter den deutschen Großstädten, sondern geradezu ein Paradies für Raser, Drängler und Rotlichtsünder“, so Thering. Einige stationäre Anlagen würden dagegen an Stellen aufgebaut, die keine Gefahrenschwerpunkte seien – allein zur Steigerung der Einnahmen.

Seite 12 Wo die meisten geblitzt werden