Live

Mit Tukur fast bis zum Mond

Ulrich Tukur & Die Rhythmus Boys feiern ihr Tour-Finale mit neuem Programm am 19. und 20. März in der Laeiszhalle

Das Tour-Leben kann ganz schön hart sein. Erst recht , wenn man als populärer Künstler mit Band im kalten Februar und im anfangs kaum wärmeren März Tag für Tag, manchmal auch spätabends in einem Kleinbus unterwegs ist – ob bei sternenklarem Himmel oder nicht.Ulrich Tukur hat es auf sich genommen, um mit den Rhythmus Boys dem Publikum ihr jüngstes Bühnenprogramm nahezubringen.

„Grüß mir den Mond – Durch die Nacht mit Ulrich Tukur und den Rhythmus Boys“, ist eine assoziative Abenteuerreise ins vom Mond beschienene Herz der Musik. Nach der Vorpremiere Mitte Februar im Bergedorfer Haus im Park und der gleichfalls ausverkauften Premiere zwei Tage darauf im Berliner Theater am Ku’damm sowie mehr als 20 Stationen in der ganzen Republik endet die Tournee am 19. und 20. März mit den traditionellen Gast- und Heimspielen in der Laeiszhalle.

Eine Hamburger Band sind die Rhythmus Boys, seit sie Kontrabassist Günter Märtens 1995 mit Schlagzeuger Robby Schuster und mit Tukur in der Hansestadt gegründet hat – obwohl der aktuelle Schlagzeuger (Kalle Mews) und Gitarrist Uli Mayer aus dem Ruhrpott re­spektive aus Schwaben hinzustießen.„Die älteste Boygroup der Welt“, wie sich Die Rhythmus Boys selbstironisch nennen, und ihr Chef pflegen ihr Repertoire aus den späten 20er- bis frühen 50er-Jahren.

Für das neue Programm hat Bandleader Tukur mal wieder tief in einen seiner Plattenschränke – alle mit Schellackplatten – an einem seiner gleich vier Domizile gegriffen. Dort hat der Schauspiel-Star („Das Leben der Anderen“, „Aus dem Nichts“) und „Tatort“-Kommissar Murot eine Vorauswahl von gut 30 Liedern getroffen, erzählt er im Gespräch. 21 fanden dann nach Sessions und Proben mit der Band auf Tukurs einsamen Bauernhof in der Toskana Eingang ins neue Programm – Zugaben meist sehr wahrscheinlich.

Conferencier, Pianist und Sänger Tukur spinnt immer neue fiktive Geschichten

Was es mit dem Titel „Grüß mir den Mond“ auf sich hat? „Es mag ja nachts zwielichtig oder dunkel sein, doch es leuchtet dann eben auch der Mond“, sagt Tukur. „Und der Mond war schon immer Projektionsfläche für unsere Sehnsüchte und Fantasien.“ Und so spinnt der Conferencier, Pianist und Sänger immer neue fiktive Geschichten: wie er etwa Cole Porter bei einer nächtlichen Taxifahrt zu dessen Hit „Night And Day“ inspiriert habe. „Get Out And Get Under The Moon“ oder Glenn Millers „In The Mood“ swingen ebenso wie Porters „Begin The Beguine“.

Dazwischen haucht Tukur mit der Rezitation von Nachtgedichten Busch, Eichendorff und Morgenstern neues Leben ein. Auch deutsche Lieder dürfen dem Motto gemäß nicht fehlen: Das „Nacht­gespenst“ ist eine komische Nummer für sich. Solch eine gestalten die drei Orgelpfeifen ähnelnden Rhythmus Boys Mews, Mayer und Märtens eigenwillig mit Slapstick, oder sie holen bei „Caravan“ tierische Kostüme hervor. Kontrabassist Märtens verweist jedoch darauf, dass im neuen Programm auch der Gesang „viel anspruchsvoller“, weil mehrstimmig sei.

Und Tukur & Die Rhythmus Boys wagen musikalisch sogar einen Ausflug in die rockigen 60er-Jahre mit dem Rolling-
Stones-Cover „Let’s Spend The Night Together“. Auch weil Märtens ein ganz großer Stones-Fans ist. Der Hamburger Musiker, mit 2,06 Meter Körperlänge noch immer Europas mutmaßlich größter Kontrabassist, hat sich damit durchgesetzt innerhalb dieser virtuosen und komischen Viererbande. Mit Frühlingsbeginn reist sie erst mal nicht mehr im Kleinbus durch die Lande. Dann, wenn die Tage wieder deutlich länger werden. Ganz beswingt.

„Grüß mir den Mond!“ Mo/Di 19./20.3., jeweils 20.00, Laiszhalle (U Gänsemarkt), Johannes-Brahms-Platz, Karten zu 17,70 bis 67,20 in der HA-Geschäftsstelle, Großer Burstah 18-32, Ticket-Hotline T. 30 30 98 98; www.rhythmus-boys.de