Wellington

Dreh in der Nähe von Absturzort: Airline blamiert sich mit Video

Wellington. Die Sicherheitseinweisung gehört für viele Passagiere nicht gerade zu den Höhepunkten eines Fluges. Air New Zealand aber ist bekannt für seine kreativen Videos. Dort erklärten bereits Hobbits aus „Der Herr der Ringe“ oder die Rugby-Nationalmannschaft, wie zum Beispiel eine Schwimmweste angelegt wird oder wann Sauerstoffmasken aus der Decke fallen.

Mit dem neuesten Video aber löst die Airline Kritik aus. Der kurze Film wurde in der Antarktis gedreht. Dort erklärt Schauspieler Adrian Grenier die Sicherheitsbestimmungen und gleichzeitig, wie bedroht die Antarktis ist. Umweltschützer sind darüber entsetzt, schließlich leisten Flugzeuge einen erheblichen Beitrag zur Erderwärmung. „Ich fordere, dass der CEO das Sicherheitsvideo sofort zurückzieht“, sagt etwa der bekannte Öko-Aktivist Lewis Pugh gegenüber Radio NZ.

Und noch etwas verärgert viele Neuseeländer. Nur wenige Kilometer vom Drehort des Videos entfernt stürzte 1979 eine Air-New-Zealand-Maschine ab. 257 Menschen kamen ums Leben. Es ist bis heute das schlimmste Unglück der Fluglinie. Hinterbliebene sind empört. „Für viele von uns ist es schon schwer, mit Air New Zealand zu fliegen, da schwierige Erinnerungen an die Vergangenheit und wie sehr das alles unser Leben verändert hat, hochkommen“, sagte David Ling, dessen Mutter Alison Ling beim Absturz vor 39 Jahren ums Leben kam, der lokalen Zeitung „New Zealand Herald“. An Bord zu sein und mit einem Sicherheitsvideo konfrontiert zu werden, das in der Antarktis spiele und das man anschauen müsse, das ist „die ultimative, gefühllose Beleidigung für die Familien“. Er könne nicht verstehen, wie die Fluglinie das für eine gute Idee halten konnte. Und die Enkeltochter eines toten Passagiers nannte die Entscheidung, in der Antarktis zu filmen, „niederschmetternd“ für ihre Familie.

Air New Zealand teilte mit, man bedauere die Aufregung, wolle aber dennoch an dem Video festhalten.