Ulm

Therapiehoffnung: Eiweiß verhindert Aids bei Affen

Ulm. Forscher der Universität Ulm haben ein Protein entdeckt, das bei bestimmten Affenarten eine Aids-Erkrankung verhindert, obwohl die Tiere mit einem engen Verwandten des HI-Virus infiziert sind. Die Erkenntnisse können für die weitere Entwicklung von HIV-Therapien von Bedeutung sein. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht.

Anders als der Mensch können einige Affenarten nach einer Infektion mit dem SI-Virus, die Ursprungsform des HI-Virus, eine Aids-Erkrankung dauerhaft verhindern. Der entscheidende Unterschied liege im Immunsystem der Tiere, schreibt die Universität in einer Mitteilung. Konkret geht es um einen Rezeptor mit dem Namen TLR4. Dieses Eiweiß spiele eine wichtige Rolle bei der Aktivierung des Immunsystems durch Bakterien. Bei HIV-infizierten Menschen trägt eine chronische Aktivierung des Immunsystems entscheidend zu einem Ausbruch von Aids bei. Bei einigen Affenarten wiesen die Wissenschaftler dagegen nur eine geringe Aktivität des Proteins nach. Sie hoffen nun, neue Wege zu finden, um die schädliche chronische Aktivierung des Immunsystems durch HIV zu verhindern.