Menschlich gesehen

Der Residenzbariton

Verena Fischer-Zernin

Wenn Matthias Goerne die Bühne betritt, scheint ein Ruck durch den Saal zu gehen. Noch bevor der Bariton überhaupt den Mund aufmacht, hat er sein Publikum schon unter Spannung gesetzt. Goernes Präsenz ist raumgreifend auch jenseits seines Körperumfangs. In seinem geraden, fast stechenden Blick und seinen gemessenen Bewegungen liegt ein Imperativ: „Konzentriert euch aufs Wesentliche!“

Geboren 1967 in Weimar und aufgewachsen und ausgebildet in der früheren DDR, hat er lange Jahre mit seiner ersten Frau und den beiden Kindern in der Nähe von Ahrensburg gelebt. Seine Tochter geht in Hamburg zur Schule. Natürlich besucht er sie, wenn er in der Stadt ist. Schon deshalb gastiert er gern und häufig hier, in dieser Saison als Residenzkünstler natürlich erst recht.

Wenn sein Kalender es zulässt, zieht sich Goerne aufs Land nach Mecklenburg zurück und kocht ausführlich. Und geht vorher in aller Ruhe einkaufen. Auch das ist schließlich eine Form der Konzentration aufs Wesentliche.

Seite 19 Interview mit Matthias Goerne

( vfz )

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