Hamburg/Berlin

Bundesweite Schulstudie: Große Überraschung für Hamburg

Getestet wurden die Fächer Deutsch und Mathematik: Viertklässler verbessern sich gegen landesweiten Trend

Hamburg/Berlin.  Es ist ein Schritt nach vorn: Die Leistungen der Hamburger Grundschüler in Deutsch und Mathematik haben sich im Bundesvergleich im Laufe der vergangenen Jahre insgesamt verbessert. Beim bundesweiten IQB-Bildungstrend 2016 konnten sich die Viertklässler im Länderranking immerhin von Platz 14 im Jahr 2011 auf Platz zwölf vorarbeiten.

An dem Test nahmen von Mai bis Juni 2016 29.259 Schüler an mehr als 1500 Schulen teil. Dabei ist zu beobachten, dass die Leistungen der Viertklässler bundesweit deutlich abgefallen sind, die Hamburger Schüler sich aber in den einzelnen Bereichen behaupten oder sogar verbessern konnten. Im Fach Mathematik sanken die Leistungen gegenüber 2011 auf der sogenannten 500er-Skala bundesweit um
17 Punkte ab, während die Hamburger Grundschüler mit minus einem Punkt nahezu stabil blieben.

Wie groß der Aufholbedarf in Mathematik aber bleibt, zeigt, dass Hamburg trotz der relativen Verbesserung auf Platz 14 im Länderranking verharrt. Während der Anteil der Schüler, die die Regelstandards in Mathe erreichten, bundesweit von 68 auf 62 Prozent sank, stieg er nur in Hamburg leicht an – um zwei Prozentpunkte auf 57,7 Prozent.

Fast identisch sind die Ergebnisse im Bereich Deutsch/Hörverstehen: Im Bundesdurchschnitt sanken die Leistungen auch hier um 16 Punkte ab, in Hamburg nur um einen Punkt. Beim Lesen im Fach Deutsch konnten sich die Hamburger Viertklässler sogar um neun Punkte verbessern, während die Länderleistungen insgesamt um sieben Punkte nachgaben. Im Bereich Lesen konnte sich Hamburg dadurch um zwei Punkte verbessern und liegt nun auf Platz zwölf. Beim Hörverstehen gab es sogar einen Sprung um acht Plätze auf Rang fünf. Problemzone bleibt neben Mathe die Orthografie: Mehr als ein Viertel der Hamburger Viertklässler erreicht nicht den Mindeststandard.

Als eine Ursache für die bundesweite Verschlechterung gilt der gestiegene Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund. "Hamburg kann sich klar vom schlechten Bundestrend absetzen. Kein anderes Bundesland hat den Bundestrend so deutlich überflügelt", sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD). Aber es bleibe viel zu tun.

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