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Für Analysten und Querdenker

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Chan Sindki-Lundius

Steuerfachangestellte beraten Privat- und Geschäftsleute in Finanzfragen. Ihre Karrierechancen sind sehr gut

teuerfachangestellte sind die „rechte Hand“ von Steuerberatern. „Echt trocken“ denken viele, wenn sie zum ersten Mal von dem Beruf hören. „Stimmt nicht“, sagt Anna Nikolaus, „der Beruf ist vielseitig, abwechslungsreich und für alle ideal, die gern analytisch denken und einen Bürojob haben wollen.“

Zu ihrem Traumberuf fand die 22-Jährige, die Abitur gemacht hat, über einen digitalen Eignungstest. Ihre Ausbildungsstelle fand sie ebenfalls im Internet, über die Internetseite der Steuerberaterkammer Hamburg. Mittlerweile ist Anna in ihrem zweiten Ausbildungsjahr bei Delfs & Partner, einer Kanzlei für Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung und Gestaltungsberatung mit 20 Mitarbeitern und drei Partnern im Hamburger Stadtteil Eimsbüttel. Dort hat die Winterhuderin eine Ausbilderin, die sie an die verschiedenen Aufgabenbereiche heranführt.

Zudem können die Steuerberater der Kanzlei auf ihre Unterstützung zurückgreifen. „Wir sind ein tolles kollegiales Team“, schwärmt Anna. Steuerfachangestellte erledigen kaufmännische Arbeiten und Büroaufgaben, und sie helfen bei der Beratung und Betreuung von Mandanten. Da stehen dann zum Beispiel Steuererklärungen für Betriebe und Privatpersonen, die Buchführung der Mandanten sowie Lohn- und Gehaltsabrechnungen an. Anna hat in ihrem ersten Jahr schon viel gelernt, sowohl in der Kanzlei als auch in der Berufsschule, die sie zweimal pro Woche besucht. So weiß sie jetzt, wie man Einkommenssteuer-, Umsatz- und Gewerbesteuererklärungen vorbereitet. Außerdem hat sie schon Erfahrungen in der Buchhaltung gesammelt. Auch um die Büroorganisation hat Anna sich bereits gekümmert, etwa das Anlegen neuer Mandanten. Im zweiten Ausbildungsjahr gehört auch das Prüfen von Steuerbescheiden zu ihren Aufgaben. Und sie wird an externen Fortbildungen und internen Schulungen teilnehmen. „In diesem Beruf ist es extrem wichtig, sich stetig weiterzubilden“, sagt Anna. Zudem müsse man eine Menge für die Berufsschule tun. Anna freut es, dass sie geregelte Arbeitszeiten und Arbeitsabläufe hat und dass sie durch ihre Arbeit Kontakt mit so vielen verschiedenen Berufsgruppen unter den Mandanten hat.

Die Perspektiven für Steuerfachangestellte sind glänzend. „In Hamburg sucht fast jeder Steuerberater händeringend Nachwuchs. Wer die Ausbildung absolviert hat, wird immer einen Arbeitsplatz finden“, sagt Anja Niemann, die bei der Steuerberaterkammer Hamburg die Aus- und Fortbildung betreut. Zurzeit bieten etwa 300 Kanzleien Ausbildungsstellen an – insgesamt gibt es mehr als 4000 Steuerberater in der Stadt. Ausbildungsbeginn ist jeweils im Februar und im August. Wer unsicher ist, ob der Beruf zu ihm passt, dem rät Anja Niemann zu einem Praktikum. Bei der Suche nach einem Praktikumsplatz ist die Steuerberaterkammer Hamburg gern behilflich.

Steuerfachangestellte, die beruflich vorankommen wollen und eine leitende Position anstreben, können eine Weiterbildung als Betriebswirt, Finanz- sowie Bilanzbuchhalter oder als Steuerfachwirt ins Auge fassen. Es gibt auch die Möglichkeit, ein Studium im Bereich Steuern und Prüfungswesen oder Betriebswirtschaft zu absolvieren. Mit ausreichender Praxiserfahrung ist außerdem das Ablegen der Steuerberaterprüfung möglich. Auch Anna will sich auf alle Fälle noch weiterbilden. Ein Studium zieht sie in Betracht. Aber festgelegt hat sie sich noch nicht. Wie gut, dass ihr in diesem Beruf so viele Wege offenstehen.

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