Limburg.

Eine spektakuläre Sprengung hat am Sonntagmorgen Hunderte von Schaulustigen in der Nähe einer alten Autobahnbrücke bei Limburg angezogen. Dort wurden mehrere große Pfeiler der Brücke gesprengt. Um kurz vor neun Uhr fielen die 30 bis 50 Meter hohen Betonbauwerke nacheinander um. Allerdings sanken nicht wie geplant alle Pfeiler zu Boden – vorerst blieben zwei stehen.

Nach Angaben der zuständigen Baufirma war ein Kabelbruch die Ursache für den Zwischenfall. Nach einer abermaligen Prüfung der Pfeiler gab der Sprengmeister eine halbe Stunde später erneut das Signal zur Sprengung. Dieses Mal fielen auch die zunächst standhaft wirkenden Betonsäulen. Wegen der Sprengung war der Verkehr auf der A3 (Frankfurt-Köln) unterbrochen worden. Ein Gebiet im Radius von 250 Metern rund um die Brückenpfeiler wurde geräumt. Etwa 250 Anwohner mussten ihre Häuser verlassen, auch ein Campingplatz wurde kurzzeitig geschlossen. Für die Sprengung waren in jeden Pfeiler rund 130 Löcher gebohrt und mit Dynamit gefüllt worden.

Die alte Lahntalbrücke war 1964 gebaut worden. Die gesprengten Brückenteile sollen bis Ende September weiter zerstückelt und abtransportiert werden. In Hessen gelten besonders viele Straßenbrücken als marode. Nach Angaben des Verkehrsministeriums müssen 650 der 6200 Straßenbrücken repariert oder ersetzt werden.