Blankenese

Saga verkauft Falkensteiner Friedensinstitut

Lesedauer: 2 Minuten

Städtisches Unternehmen will mehr als drei Millionen Euro haben. Immobilie steht bereits seit zehn Jahren leer

Blankenese. Zehn Jahre ist es her, dass die Friedensforscher ihre Sachen packten und von Blankenese an den Schlump zogen. Genauso lange ist es her, dass jemand in dem geschichtsträchtigen Haus lebte oder arbeitete. Denn seit dem Umzug stand das städtische Gebäude leer. Zumindest das könnte sich nun ändern. Denn die Saga Unternehmensgruppe bietet die Immobilie auf einem Grundstück in „Eins-a-Lage“, wie es in der Werbeanzeige heißt, jetzt zum Verkauf an.

Mindestens drei Millionen Euro will das städtische Unternehmen für das rund 12.000 Quadartmeter große Grundstück im Falkenstein 1 bis 3 haben. Allerdings wird auch ausdrücklich darauf verwiesen, dass der Verkauf im notariellen Verfahren gegen Höchstgebot erfolgt. Sprich: Konzepte zu der Frage, was auf dem Grundstück geschehen soll, und vor allem, was aus den stark sanierungsbedürftigen, aber unter Denkmalschutz stehenden Gebäuden wird, spielen keine Rolle bei der Entscheidung. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Der Verkauf an Scientologen wird ausdrücklich ausgeschlossen.

Der Verkauf kommt überraschend. Immerhin hatte die Stadt bereits 2012 einen Versuch unternommen, das Grundstück zu veräußern. Damals wollte man „nur“ 2,5 Millionen Euro haben. Doch zu einem Abschluss kam es nie. Trotzdem wechselte das Areal den Besitzer. Neuer Eigentümer wurde 2015 die Saga GwG. Die 12.000 Quadratmeter in Eins-a-Lage wurden in einem Paket mit anderen städtischen Immobilien der Saga übertragen. Ziel war es, die Realisierung von neuem Wohnraum zu fördern. Doch Wohnraum entstand auf dem Falkenstein-Grundstück nicht, das laut Baustufenplan als „Außengebiet mit Landschaftsschutz“ ausgewiesen ist. Nachdem das Areal samt denkmalgeschützter Gebäude weitere zwei Jahre brachlag, soll es nun für mehr Geld doch noch veräußert werden.

Auf dem Grundstück stehen ein voll unterkellertes Hauptgebäude mit rund 1000 Quadratmetern Fläche sowie ein Pförtnerhaus und eine Remise, die auf das Jahr 1937 datiert sind. Das Haus diente einst Helmut Schmidt als Zentrale. Von einem abhörsicheren Raum im ersten Stock aus koordinierte er den Einsatz der Retter bei der Flutkatastrophe 1962. Während des Zweiten Weltkrieges hatten die Nationalsozialisten den Hügel mit Blick über die Elbe als Beobachtungsposten genutzt.

Nach den Soldaten zogen Jahrzehnte später die Friedensforscher der Universität Hamburg ein. Bei einem Treffen am 28. und 29. März 1989 wurde zum Beispiel Geschichte geschrieben. Damals trafen sich hochrangige Offiziere der Bundeswehr mit Vertretern der Nationalen Volksarmee der DDR im Friedensinstitut. Beim „Hamburger Generalstreffen“ näherten sich die Parteien in Fragen der gemeinsamen Sicherheit sowie gegenseitiger Bedrohungswahrnehmung an.