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Mädelsabend auf Abwegen

| Lesedauer: 2 Minuten
Susanne Leinemann

Die Komödie „Girls’ Night Out“ ist eine derbe Persiflage auf Junggesellinnenabschiede

Es ist der Sommer der derben Damen-Scherze. Das Popcorn-Kino setzt auf eine neue Zuggruppe, die in den dunklen Kinosaal locken soll: Ü30-Darstellerinnen, die Frauencharaktere mit Lebenserfahrung darstellen – mit echten Berufen, mit Kind, mit Scheidung, mit Lebenskrisen – und die es, nun im Erwachsenendasein angekommen, noch mal richtig krachen lassen wollen.

Das scheint auch beim Publikum anzukommen: gerade noch läuft „Mädelstrip“ im Kino, nun startet „Girls Night Out“ mit Scarlett Johansson, auf den bald „Girls’ Trip“ mit Queen Latifah und Jada Pinkett Smith folgen wird. Verwirrend viele Girls, Mädels und Trips im Kino? Ja!

Der Plott bei „Girls’ Night Out“ ist denkbar einfach: Jess (Scarlett Johansson) will heiraten, ihre alte College-Freundin Alice (Jillian Bell) schmeißt einen Junggesellinnenabschied in Miami und lädt dazu die alten Studienfreundinnen Blair (Zoë Kravitz) und Frankie (Ilana Glazer) ein. Pippa, die australische Freundin aus Uni-Austauschzeiten, stößt auch noch dazu – gespielt von der US-Komikerin Kate McKinnon, dort bekannt aus der TV-Show „Saturday Night Life“.

Der Abend gerät völlig aus den Fugen, und zwar nicht so „huch-ich-hab-das-Glas-verschüttet“-mäßig, sondern so richtig. Im Original heißt der Film „Rough Night“, also harte Nacht – und genauso ist es eben auch.

Man muss solche Filme als Ergebnis einer lebendigen Fernseh-Comedy-Szene in den USA verstehen; es ist so, als würde man hierzulande einen Film mit Mar-
tina Hill von den „Knallerfrauen“ drehen. Viele Schauspieler aus dem Film kennt man aus diversen Comedy-Serien oder Fernsehformaten. Aber das hier ist Kino!

Dafür brauchte es natürlich ein besonderes Zugpferd. Die anderen Dartstellerinnen sind zwar namhaft – schön, mal wieder die attraktive Zoë Krawitz zu sehen – aber die Top-Besetzung ist Scarlett Johansson, die gut zwischen bieder und Biest changiert. Mit Popcorn und Freundinnen macht der Film Spaß. Aber nur, wenn man es derb mag.

„Girls’ Night Out“ USA 2017, 101 Min.,
ab 12 J., R: Lucia Aniello, D: Scarlett Johansson, Kate McKinnon, Jillian Bell, Zoë Kravitz,
täglich im Cinemaxx Dammtor/Harburg/Wandsbek, UCI Mundsburg/Othmarschen/Wandsbek;
www.girlsnightout-film.de

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