Kino-Tipp

„King Arthur“ erzählt Sage um Ritter der Tafelrunde neu

Foto: Daniel Smith / 2017 WARNER BROS.

Die Szene kennt jeder: das Schwert, das im Stein feststeckt, all die Männer, die vergeblich versuchen, es herauszuziehen, dann der Knappe, dem es gelingt, und der somit König wird. In der Neuverfilmung der berühmten Saga um die Ritter der Tafelrunde bebt in dem Moment die Erde, Vögel schrecken in die Luft, Pferde gehen durch. Dräuende Boten des Schicksals. Aber der junge Arthur muss zu seiner Bestimmung regelrecht gezwungen werden. „King Arthur – Legend Of The Sword“ krempelt den Mythos komplett um.

Ritter-Sein, das ist so ein Jungens­traum. Chris Hunnam, der Star aus der „Sons Of Anarchy“-Serie, hat die alten Arthur-Filme als Kind wieder und wieder geguckt, hat sich sogar aus Holz ein Excalibur-Schwert geschnitzt. Jetzt darf er die XXL-Rolle in einem Blockbuster verkörpern. Guy Ritchie hat den Stoff neu verfilmt. Jungensträume wurden wahr.

Eine getreue Umsetzung des Stoffes sollte man von Ritchie tunlichst nicht erwarten. Schon bei seinen beiden „Sherlock Holmes“-Filmen hat er von dem berühmten Detektiv wenig mehr als den Namen gelassen. Auch bei „Arthur“ werden zwar ein paar nostalgische Anknüpfungspunkte gesetzt, ansonsten aber wird ans moderne Actionkino angedockt.

Arthur muss als kleiner Junge erleben, wie seine Eltern umgebracht werden. Er wächst als Gossenjunge auf, steckt so oft Prügel ein, bis er lernt zurückzuschlagen. Mit einer Truppe von Rebellen kämpft er gegen den bösen König (Jude Law), von dem er nicht ahnt, dass der sein Onkel und der Mörder seines Vaters ist. Dabei kriegen es die Rebellen mit schwarz gepanzerten Kriegern, Geistern, Riesengetier zu tun. Viel „Herr der Ringe“ spielt da mit. Mit Aidan Gillen kommt noch eine Prise „Game Of Thrones“ dazu. Und stellt sich Arthur seinen Kräften, denkt man an Thor von den „Avengers“.

Eine Legende hält so was aus. Nur: Wie viel Mindestmaß muss man aus den bekannten Zutaten übernehmen? Ritchie hat eine ganze Burg Camelot über Monate aufbauen lassen, sein Film spielt aber zu großen Teilen in „Londinium“, das in anderen Artus-Versionen nie vorkam. Und: Keine Guinevere, keine Königin der Herzen. Kein Merlin, der die Ritter behext. Stattdessen muss eine Frau (Àstrid Bergès-Frisbey) die Magie übernehmen.

Als Popcornkino funktioniert das ganz prächtig. „King Arthur“ ist rasant geschnitten und mit rockigen Beats unterlegt, sogar David Beckham hat einen Gastauftritt. Ein paar drastische 3-D-Effekte gibt es auch. Der wahre Arthur-Fan muss dennoch öfter schlucken. Ganz am Ende rückt immerhin ein runder Tisch ins Bild. Es wird also mal eine Tafelrunde geben. Und wirklich plant man gleich fünf weitere Teile, sollte dieser Film Erfolg haben.

„King Arthur: Legend Of The Sword“ USA/Australien 2017, 127 Minuten, ab 12 Jahren, Regie: Guy Ritchie, Darsteller: Charlie Hunnam, Jude Law, Katie McGrath, täglich im Cienmaxx Dammtor/Harburg/Wandsbek, Savoy (OF), UCI Mundsburg/Othmarschen Park/Wandsbek