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Wer zählt die Löcher im Emmentaler?

Alles Käse! Warum eines der beliebtesten Lebensmittel der Deutschen gerade fett im Geschäft ist

Vergessen Sie den Abgasskandal! Deutschland exportiert nicht nur Kfz, sondern auch Fett i. Tr.

Ja, Käse mit viel Fett in der Trockenmasse ist ein Knüller, findet Eckhard Heuser. Muss er auch, denn er ist Geschäftsführer des Milchindustrie-Verbands. Gestern verkündete er beeindruckende Zahlen: 2,3 Millionen Tonnen Käse werden in Deutschland pro Jahr produziert.Das macht doch etwas her. Vielleicht haben wir in der kommenden Legislaturperiode zur Abwechslung mal keine Auto-, sondern eine Käse-Kanzlerin. Weniger Ärger mit Grenzwerten, stattdessen mehr Gaumenfreuden. Sollte Martin Schulz die Wahl gewinnen, könnte er noch vom Zug zum Harzer Roller wechseln.

Im Trend liegen die „fetteren Sorten“, sagt Herr Heuser. Der britische Cheddar zum Beispiel ist groß im Kommen. Man ahnte es, als man die Knetabenteuer der Trickfilmfiguren Wallace und Gromit sah. Dem Hund ist der Käse zwar Wurst, aber Herrchen Wallace würde für einen würzigen Wensleydale alles liegen und stehen lassen. Lange hatten die Franzosen beimfromage die Nase vorn. Charles de Gaulle, der einen ziemlichen Zinken hatte, stöhnte: „Es ist schwer, ein Volk zu regieren, das 246 Sorten Käse hat.“

Hier wird es fast schon philosophisch. Pinchas Lapide soll gesagt haben: „Die einen zählen traurig die vielen Löcher im Emmentaler und beklagen den Käseverlust, die anderen freuen sich am Käse zwischen den Löchern und genießen das Gute am Vorhandenen.“ Guten Appetit!