Ratgeber Extra

Folgen der Cyberkriminalität werden oft unterschätzt

Daten durch Passwörter und Schutzprogramme schützen

Wer mit dem PC, Tablet oder Smartphone im Internet unterwegs ist, hinterlässt nicht nur eine Datenspur, er setzt sich auch der Gefahr von Angriffen durch Cyberkriminelle aus. Hacker entwickeln ständig neue Methoden, um Viren, Trojaner oder andere Schädlinge in die Geräte argloser Nutzer einzuschleusen. Die Bandbreite der möglichen Schäden reicht von Fehlfunktionen einzelner Programme bis zum Festplattencrash mit einem Totalverlust aller Daten. Zudem können sensible Informationen ausspioniert werden, etwa Passwörter für das Online-Banking. „Dabei können schon einfache Maßnahmen helfen, die eigenen Geräte und Daten gut zu schützen“, sagt der freie Hamburger Systemadministrator Oliver Krug. Sein erster Rat: Die Software stets auf einem aktuellen Stand zu halten. „Die Anbieter von Betriebssystemen und Programmen suchen und beheben ständig Schwachstellen, welche die Sicherheit des Computers gefährden können. Deshalb ist es unbedingt notwendig, immer die entsprechenden Updates zu installieren“, so der IT-Experte.

Sein zweiter Rat: Immer einen aktuellen Virenscanner verwenden! „Virenschutz ist Basisschutz, kein Luxus. Dabei gilt: Jeder Virenschutz ist besser als gar keiner“, sagt Oliver Krug. Das Betriebssystem Windows 10 etwa hat bereits eine entsprechende Funktion integriert. Für Windows-Betriebssysteme, die älter als Windows 10 sind, bietet Microsoft auf seiner Homepage eine kostenlose Virenschutz-Software zum Download an. Komfortable Sicherheitslösungen bieten laut Oliver Krug natürlich auch die Schutzprogramme von spezialisierten Anbietern wie beispielsweise F-Secure oder der Intel-Security-Tochter McAfee. „Auch die automatischen Updates für den Router sollten aktiviert sein“, empfiehlt Oliver Krug.

Dasselbe gilt für den Einsatz einer Firewall. Das schützt den Computer vor unberechtigten Zugriffen aus dem Internet beziehungsweise aus einem Netzwerk. Aktuelle Betriebssysteme wie Windows, Linux oder Mac OS X bieten bereits integrierte Firewalls als Basisschutz an.

„Außerdem ist es extrem wichtig, gute Passwörter zu nutzen“, betont Oliver Krug. Einfache und kurze Kennwörter könne man sich zwar leichter merken. Aber sie sind nicht ausreichend­sicher. „Sichere Passwörter bestehen aus einer Kombination von mehreren Buchstaben, Ziffern und idealerweise auch Sonderzeichen wie etwa einer Route“, weiß der Systemadministrator.

Für unterschiedliche Anwendungen, etwa das Online-Banking, Reisebuchungen und den Shopping-Account, sollten stets unterschiedliche Passwörter verwendet werden. „Damit man dabei aber nicht den Überblick verliert, kann die Nutzung eines Passwortmanagers praktisch und empfehlenswert sein“, so Krug weiter. Dabei handelt es sich um ein kleines Programm, das wie ein Passwort-Tresor arbeitet. Der Vorteil: Man muss sich nur noch das Kennwort für den Tresor merken. Die Passwortmanager sind unter anderem im App-Store, unter www.1password.com oder keepass.info erhältlich.

Vorsicht bei Mails mit den Endungen .doc und .xls

Zur Vorsicht rät Oliver Krug bei E-Mail-Anhängen von unbekannten Absendern. Diese enthalten oftmals schädliche Software und sollten daher auf keinen Fall geöffnet werden. Das gilt auch für vermeintlich harmlose Dokumente mit den Endungen .doc oder .xls.

Und schließlich empfiehlt der Computerexperte, für ein regelmäßiges Backup aller Daten zu sorgen, möglichst auf einer externen Festplatte. „Das ist der wirksamste Schutz gegen Verschlüsselungstrojaner, wie sie derzeit bedauerlicherweise oft im Umlauf sind“, berichtet Oliver Krug. Sie blockieren den Computer und geben ihn erst nach einer „Lösegeld“-Zahlung wieder frei. Dafür eignet sich zum Beispiel die Time Machine von Apple und für Windows der kostenlose „Aomei Backupper“, den es beispielsweise bei Chip.de gibt.