Ratgeber Extra

Höchste Zeit für den Reifenwechsel

Im ADAC-Test zeigte kein Ganzjahresreifen verlässliche Fahreigenschaften. Wartezeiten bei Händlern möglich

Viele Autobesitzer scheuen den alljährlichen Wechsel von Sommer- auf Winterreifen. Da ist es wenig verwunderlich, dass die Nachfrage nach Ganzjahresreifen immer größer wird und viele Markenhersteller die Allrounder in ihre Sortimente aufnehmen. Die Ergebnisse des aktuellen ADAC-Reifentests rechtfertigen das Interesse jedoch nur bedingt: Von sieben untersuchten Modellen der Größe 205/55 R17 schafften lediglich zwei das Urteil „befriedigend“. Ein Ganzjahresreifen, der zu allen Jahreszeiten verlässliche Fahreigenschaften bietet, war nicht dabei. Die Empfehlung der Tester: Bei Schnee besser zum „echten“ Winterreifen greifen. Viele gute und zum Teil sehr gute Einzeleigenschaften lassen den Käufern dabei die Wahl. Verbraucher sollten sich daher am besten in Bezug auf ihre individuellen Anforderungen im Fachhandel beraten lassen. In der unteren Mittelklasse (Reifengröße 225/45 R17) gab es unter den 13 getesteten Winterpneus nur ein gutes Modell, den Dunlop Winter Sport 5. In der Kleinwagendimension 185/65 R15 erreichten von den 15 getesteten Modellen zwei das Urteil „gut“. Der Goodyear UltraGrip 9 punktete mit dem geringsten Kraftstoffverbrauch, der Michelin Alpin A4 mit dem geringsten Verschleiß.

Wer noch gute Winterreifen hat, sollte diese beim Fachmann auf Profiltiefe und Schäden überprüfen lassen. Der ADAC empfiehlt eine Restprofiltiefe von mindestens vier Millimetern, vorgeschrieben sind 1,6 Millimeter. Autobesitzer, die die Reifen nicht selbst wechseln, sondern dies Händlern, Werkstätten oder Autohäusern überlassen, sollten nicht nur die Preise vergleichen, sondern auch langfristig planen. „Viele Hamburger verschlafen den Anfang der Wintersaison und wenden sich erst an uns, wenn es kalt wird. Daher sind bei uns wie auch bei den meisten Kollegen in unserer Stadt derzeit Wartezeiten von mindestens drei Wochen keine Seltenheit“, sagt Carmen Behlau von Reifen Pio in der Geibelstraße. Manche Händler bieten zudem keinen Reifenwechsel am Sonnabend mehr an. Eine frühzeitige Terminvereinbarung ist also wichtig.

Reifendienste wie Reifen Pio und viele Werkstätten bieten auch das Einlagern der Reifen an. Hier gilt ebenso: Preise vergleichen. Ein Reifenwechsel kostet durchschnittlich etwa 25 bis 30 Euro, für das Einlagern der Pneus werden bis zu 50 Euro pro Reifenset fällig.

Sofern Platz vorhanden ist, kann man die Reifen auch zu Hause zu lagern. Bei Kompletträdern sollte der Luftdruck dann um etwa 0,5 bar erhöht werden. Die Räder werden im besten Fall übereinander, auf Felgenbäumen oder an Wandhalterungen gelagert, vorzugsweise trocken, kühl und im Dunkeln. Reifen ohne Felgen sollten senkrecht auf trockenem und sauberem Boden stehen.

Wichtig ist, sie alle paar Monate um 90 Grad zu drehen und die Position dabei zu markieren. Dann wird man beim Wechsel im Frühjahr in jedem Fall einen brauchbaren Reifen haben.