Ratgeber Extra

Mit dem Auto gut durch den Winter

Ein Motorcheck ist vor frostigen Nächten unerlässlich. Türenteisungsspray sollte man nicht im Wagen aufbewahren

Am 1. Dezember beginnt der Winter, zumindest für die Meteorologen. Daher sollten Autofahrer spätestens jetzt daran denken, ihr Fahrzeug fit für die kalte Jahreszeit zu machen. Zum Beispiel gilt es, die Lichter, die Batterie, die Bremsbeläge und -scheiben, die Bremsflüssigkeit und auch den Frostschutz in Kühler- und Scheibenwischanlage zu überprüfen. Der Frostschutz sollte bis minus 25 Grad reichen, ein zu geringer Kühlerfrostschutz kann im schlimmsten Fall zum Motorschaden führen.

Außerdem ist es ratsam, die Winterreifen zu montieren und die Fenster gründlich von innen und außen zu reinigen. Denn eine gute Sicht ist lebenswichtig. Daher jetzt auch die Scheibenwischer überprüfen: Ziehen diese einen Schmierfilm oder ist die Wischleistung unzureichend, unbedingt sofort austauschen. Damit die Tür- und Heckklappengummis nicht zufrieren, ist es sinnvoll, diese mit einem speziellen Pflegestift einzufetten. Und auch um den Lack sollte man sich kümmern. Experten empfehlen, diesen nach der Autowäsche mit Hartwachs zu pflegen. Und falls es Steinschlagschäden gibt, sollten diese ausgebessert werden, damit das Streusalz keinen weiteren Schaden anrichtet.

In jedem Winter werden Tausende Autofahrer auch deshalb kalt erwischt, weil der Wagen nicht anspringt. In der Pannenstatistik taucht als Ursache dafür immer wieder eine zu schwache Batterie auf. Ebenso wichtig wie ein intakter Stromspender sind jedoch die Wahl des richtigen Schmierstoffs und der rechtzeitige Wechsel des Motorenöls. „Frisches Öl verhindert ein Einfrieren der Motorlüftung, außerdem senkt es den Energiebedarf beim Anlassen und entlastet so die Batterie“, sagt Volker Clasen, Technikexperte von Castrol.

„Das macht im Winter oft den Unterschied zwischen einem problemlosen Start und dem Anruf beim Pannendienst aus.“ Clasen rät Autofahrern dazu, die Wechsel-Intervalle genau zu beachten und vor dem Start in den Winter zu frischem Öl zu greifen: „Schmierstoffe, die nicht die vom Hersteller vorgeschriebene Qualität aufweisen oder das Wechsel-Intervall überschritten haben, sind nicht winterfest“, warnt Clasen. Klassische mineralölbasische Motorenöle beispielsweise entsprächen nur noch in den seltensten Fällen den Vorgaben der Hersteller. Zudem würden die dickflüssigen Varianten den Energiebedarf beim Kaltstart im Vergleich zu vollsynthetischen Motorenölen um ein Viertel steigern. „Eine ohnehin angeschlagene Batterie ist damit oft überfordert. Vollsynthese-Öle bleiben auch bei niedrigen Temperaturen dünnflüssig, sodass sich der Motor viel leichter in Bewegung setzt“, sagt Clasen. Informationen zur jeweils aktuellen Norm und zum passenden Öl für jedes Fahrzeug halten die Autohersteller und Fachwerkstätten bereit. Alternativ dazu bietet Castrol im Internet einen Ölwegweiser an. Anhand weniger Angaben zu Fahrzeug, Baujahr und Motorisierung lässt sich mit dem „Schmierindex“ das optimal geeignete und vom Hersteller freigegebene Motorenöl ermitteln.

Der Beginn des Winters ist ein guter Anlass, um Verbandskasten, Warndreieck und Weste zu kontrollieren. Und schließlich empfiehlt es sich, ein Enteisungsspray griffbereit zu haben. Ein Spray, das im Auto liegt, hilft nicht weiter. Der Automobilclub von Deutschland (AvD) rät, die Frontscheibe an frostigen Nächten mit einer handelsüblichen Frostschutzmatte abzudecken. Dadurch erübrigt sich morgens das Kratzen. Anders als Pappen oder Zeitungspapier nimmt die Matte kein Wasser auf und liegt dicht auf der Scheibe. Apropos Kratzen: Gute Eiskratzer haben einen 15 Zentimeter langen Stiel. Zum Entfernen des Schnees auf dem Fahrzeug ist ein Eiskratzer aber nicht die erste Wahl. Besser geeignet sind da Handfeger und Autobesen, da sie keine Kratzschäden verursachen.

In der dunklen Jahreszeit ist es wichtig, auf eine eventuelle Panne vorbereitet zu sein. Zwar lässt sich durch regelmäßige Werkstattchecks das Risiko minimieren, doch eine Garantie gibt es nicht. Daher sind Autofahrer gut damit beraten, immer ein Starthilfekabel, ein Abschleppseil, eine Schutzfolie, Defrosterspray, Handschuhe und eine Decke dabei zu haben. Und bei Fahrten in schneereiche Regionen nicht die Schneeketten vergessen! Auch ein voller Tank sowie die Mitnahme eines geladenen Handys sind vor allem bei längeren Autofahrten in die Berge ein Muss. Wer unerwartet im nächtlichen Stau Stunden in der Kälte ausharren muss, wird diese Helfer sehr zu schätzen wissen.

Autobesitzer, die sich den Wintercheck nicht allein zutrauen, können an Tankstellen und in fast allen Kfz-Werkstätten Hilfe bekommen.