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Westumgehung kommt gut voran

Pinneberger Großprojekt ist im Zeit- und Kostenrahmen. Bis Ende 2018 soll die Trasse fertiggestellt sein

pinneberg. Wer regelmäßig mit dem Auto von Pinneberg nach Appen fährt, kann die Fortschritte beobachten. Jetzt rollen die Bagger auch am südlichen Ende der künftigen Pinneberger Westumgehung. Im Bereich der Mühlenstraße und des Wedeler Weges haben die Straßenbauarbeiten für das 29-Millionen-Projekt begonnen. Und Bauamtsleiter Klaus Stieghorst hat noch weitere positive Nachrichten. „Die Maßnahme läuft gut“, sagt Pinnebergs oberster Bauplaner. Was den Zeit- und den Kostenrahmen anbetrifft, befindet sich das aktuell größte Vorhaben der Kreisstadt voll im Soll.

Am 11. Dezember 2015 wurde für die Achse zwischen der Autobahn 23 und der Landesstraße Schenefeld-Elmshorn (LSE) der erste Spatenstich gemacht. Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) kam dafür nach Pinneberg. Seit dem 19. Januar wird auf der Großbaustelle gearbeitet. „Die Straßenbauer haben in verschiedenen Bereichen gleichzeitig begonnen“, sagt Stieghorst. Nach Vorarbeiten im Frühjahr geht es jetzt auch in der Nähe des Pinneberger Rosenfeldes los. 2,8 Kilometer lang soll die Trasse werden, die die Mühlenstraße mit der Elmshorner Straße verbindet. Ein bisschen früher als geplant können laut Stieghorst zwei wichtige Teile der Infrastrukturmaßnahme angepackt werden. Der Bau der beiden neuen Brücken über die Pinnau und über die Bahnlinie fängt jetzt schon im Oktober an, ürsprünglich war November vorgesehen.

Die Diskussionen um das Straßenbauvorhaben gehen zurück bis in die 1950er-Jahre. 1988 begann das Planfeststellungsverfahren. Gerichte befassten sich mit den Planungen. Eine Bürgerinitiative wurde gegründet, um Druck für das umstrittene Projekt zu machen. Heute dokumentieren die engagierten Bürger im Internet die Baufortschritte in Fotos und Videos.

Die Westumgehung ist ein zentraler Baustein der Modernisierung Pinnebergs. Neue Gewerbegebiete sollen ausgewiesen, die Innenstadt vom Durchgangsverkehr entlastet werden. Weniger Verkehrslärm und weniger Abgase ist ein weiteres Ziel. Neubürger sollen durch attraktive Stadtteile nach Pinneberg gelockt werden.

Pendler aus der ganzen Region sollen profitieren

Als Folge hoffen Politiker und Verwaltung auf höhere Steuereinnahmen. In dieses Projekt werden große Hoffnungen gesetzt. „Wir richten uns für die Zukunft aus“, sagt Pinnebergs Bürgermeisterin Urte Steinberg. Profitieren von der Westumgehung sollen auch die Menschen in den Umlandkommunen wie Appen, Moorrege, Prisdorf und Kummerfeld. Berufspendler kommen schneller nach Hamburg und wieder zurück. Zum Einkaufen sind die Autofahrer schneller in der Kreisstadt. Von den 29 Millionen Euro Gesamtkosten will das Land Schleswig-Holstein 18,8 Millionen Euro aus Mitteln des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes und des Finanzausgleichsgesetzes bereitstellen. Allerdings müssen diese Zahlen nicht von Bestand sein. Im Laufe des Planungs- und Bauprozesses gab es mehrere Verteuerungen. Bis Ende 2018 muss das Vorhaben abgeschlossen sein, denn sonst verfallen Bescheide über Fördergelder, die die Stadt dringend braucht.

Die Anwohner müssen nicht befürchten, dass aus der Umgehungsstraße auch eine Schnellstraße wird. Auf der in beide Richtungen einspurigen Straße soll Tempo 50 vorgeschrieben werden.

„Der Zeitplan ist sportlich“, sagt Bauamtsleiter Stieghorst, „ganz zum Schluss wird es spannend.“ Viel könne noch passieren, so könne etwa die Witterung den Planern einen Strich durch die Rechnung machen. Eine Prognose möchte der Bauamtsleiter jedenfalls noch nicht wagen.

Fotos und Videos der Baufortschritte auf www.pinneberger-westumgehung-jetzt.de