Titel

Ach, Lottchen

Schon immer hatte die Hamburger Zeichnerin Isabel Kreitz (49) eine Schwäche für Dachböden. Bei ihren Großeltern saß sie dort droben stundenlang, um Erwachsenenbücher zu lesen. Sie durchstöberte einen alten Überseekoffer und entdeckte die „Berliner Illustrirte“ von 1944. Deutsche Geschichte ist ihr Thema, ob sie „Die Entdeckung der Currywurst“ zeichnet oder, wie jetzt, Erich Kästners „Das doppelte Lottchen“.

Es gab auch andere Zeiten. In New York lernte sie, wie die berühmten Marvel-Comics gemacht werden. Dann lieferte sie bei Ully Arndt acht Jahre lang Ottifanten-Vorzeichnungen. Und um die Jahrtausendwende verlor sie ihr Herz an die rasanten „Akira“-Mangas. Doch Isabel Kreitz, diese formidable Zeichnerin, blieb sich treu. Warum sie die Zwillingsgeschichte zeichnete? Weil ihre Mutter eine Zwillingsschwester hat. Und beide 1950 zur Filmpremiere vom „Doppelten Lottchen“ eingeladen waren. Ihnen hat sie den Comic gewidmet.

Seite 18 Ein Comic wie ein Film