Ratgeber Extra

Hypnose als Therapie gegen Angst und Erschöpfung

Der Methode haftet immer noch etwas von einem Wunderspektakel an. „Was tatsächlich bei einer Hypnose passiert, davon haben die wenigsten Menschen eine konkrete Vorstellung“, sagt Heilpraktikerin Claudia Krebs, die sich auf Hypnosetherapien spezialisiert hat. Dabei setzt sich die Trance als Therapieverfahren für unterschiedliche Leiden mehr und mehr durch.

„Egal, ob es um Schlafstörungen, Migräne oder einen Burn-out geht, Hypnose unterstützt den Patienten dabei, seine eigenen Kräfte zu aktivieren“, erklärt Krebs. Auch wenn es scheint, als würde man in Trance schlafen, agiert das Gehirn in diesem Zustand hellwach. „In Hypnose befindet sich das Bewusstsein einfach nur in einem anderen Zustand“, erklärt der Arzt und Hypnosetherapeut Floris Weber. Das Ausblenden des Geschehens um einen herum ermögliche die Fokussierung auf innere Erlebnisse und Gefühle und damit eine „bessere Erreichbarkeit des Unterbewusstseins.“

Am Anfang steht ein Vorgespräch, auch um das Problem zu identifizieren. „Darnach richtet sich dann das weitere Vorgehen aus“, erklärt Weber. Denn grundsätzlich stehen unterschiedliche Möglichkeiten zur Verfügung. So hört der Patient bei einer Suggestionshypnose nur zu und entwickelt als Reaktion etwa innere Bilder oder körperliche Wahrnehmungen. Diese Alternative wird beispielsweise angewandt, um bei Migräne zu suggerieren, dass der Schmerz nicht stört. „In der auflösenden Hypnose hingegen, die beim Burnout angewandt wird, werden emotionale Belastungen und negative Gefühle verarbeitet“, so Weber. Häufig manifestiere sich die permanente Überforderung später auch in anderen Leiden, wie beispielsweise wiederkehrenden Panikattacken. „Dann geht es zuerst darum, die Ängste aufzulösen“, erklärt Weber. Bei tiefgreifenden Instabilitäten rät er aber zu einem stationären Aufenthalt in einer Klinik. Erst im zweiten Schritt beschäftige man sich damit, der Stressbelastung entgegenzuwirken. „Das Gehirn muss oft erst wieder lernen, einen Entspannungsmodus anzunehmen, dabei hilft die Hypnose“, so Weber. „Grundsätzlich sprechen die meisten Menschen auf Hypnose an“. Besonders gut jene mit einem lebhaften Vorstellungsvermögen. Einige sehr rationale Menschen hingegen müssten erst lernen, sich darauf einzulassen.

Eine Hypnosetherapie umfasst etwa fünf bis 15 Sitzungen. Die Kosten für eine 60-minütige Sitzung können stark variieren. So nimmt Heilpraktikerin Krebs 90 Euro dafür, Weber als approbierter Arzt 220 Euro. Gesetzlich Versicherte müssen diese Kosten in der Regel aus eigener Tasche zahlen, einige private Krankenkassen beteiligen sich aber daran. (brüd)

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