Kolumne

Liebe Leserinnen, liebe Leser

Sabine Tesche

Sabine Tesche

Foto: HA / A.Laible

Bei einer Segeltour lernt man das Aufeinander-Rücksichtnehmen und Verantwortung zu tragen – eine Erfahrung fürs Leben

Es ist schon mindestens 20 Jahre her, ich war noch Studentin, da habe ich mit einer Gruppe von Freunden ein Segelschiff gemietet, mit dem wir die Elbe bis zur Nordsee hochgesegelt sind. Für mich als Süddeutsche war das Leben auf dem Schiff ein ganz neues, unvergessliches Erlebnis. Zwar fand ich diese Gemeinschaft, der man sich stellen musste und nicht entrinnen konnte, auch anstrengend, aber vor allem spannend. Denn sie funktionierte nur, wenn alle an einem Strick beziehungsweise Tau zogen.

Man konnte nur als Team die Segel hochziehen und reffen. Ohne Küchenarbeit gab es kein Essen, die sanitären Anlagen mussten geputzt werden, sonst stanken sie erbärmlich. Auch abends – besonders bei Regen – gab es nur den einen Gemeinschaftsraum, da konnte nicht jeder seine Musik hören, deswegen spielten und sangen wir alle zusammen. Und die Kojen waren so klein und hellhörig, dass wir sie nur zum Schlafen aufsuchten.

Seither bin ich leider nicht mehr gesegelt, aber mit einer befreundeten Familie planen wir für das nächste Jahr eine Segeltour rund um Kroatien.

Denn bei der Segeltour als Studentin lernte ich das Aufeinander-Rücksichtnehmen und Verantwortung zu tragen – eine Erfahrung fürs Leben, die ich auch gerne einmal meinen Söhnen gönnen würde.