Neu Wulmstorf/Winsen

Grüne kritisieren Radwegepolitik im Landkreis

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Viele Radwege sind zu schmal und an großen Kreuzungen gibt es zahlreiche Verschwenkungen

Neu Wulmstorf/Winsen. Die Grünen in Neu Wulmstorf kritisieren den Zustand der Radwege und die Verkehrspolitik des Landkreises für Radfahrer. Anlass dazu gab ihnen das neue Faltblatt „Sicher auf dem Rad“ der Landkreisverwaltung. Die Broschüre, in der unter anderem Verkehrsregeln und einzelne Verkehrszeichen erläutert werden, soll für mehr Klarheit und Sicherheit für Radfahrer sorgen.

Joachim Franke, Fraktionschef der Grünen in Neu Wulmstorf und passionierter Fahrradfahrer, ist der Auffassung, dass die Broschüre im Widerspruch zur Radverkehrsführung steht. Viele Radwege entsprächen nicht mehr den heutigen Vorschriften, so Franke. „Sie sind zu schmal und dürften nicht benutzungspflichtig sein.“

Als Beispiel führt Franke den Radweg entlang der Wulmstorfer Straße im Ort Neu Wulmstorf an, der stark abschüssig ist und nicht die vorgeschriebene Mindestbreite von 2,50 Metern hat. Zudem halten an anderen Stellen Verkehrsschilder die Radfahrer davon ab, auf der Fahrbahn zu fahren, auch wenn nur wenige Autofahrer unterwegs sind, wie beispielsweise an der Straße Fliegenmoor in Elstorf.

Vor allem aber bemängelt Franke, dass viele Radwege an Kreuzungen verschwenkt sind. Dadurch verschwinden sie aus dem Blickfeld der Autofahrer. Zudem können die Radfahrer nicht die Lichtzeichen der Autos sehen. Ab 2017 gilt jedoch: Wer ein Rad fährt, hat die Lichtsignale der Autofahrer zu beachten. Franke fordert, über ein Programm zum Umbau der Verschwenkungen nachzudenken.

Es ist häufig sicherer,auf der Straße zu fahren

Landrat Rainer Rempe kündigte an, die verkehrlichen Regeln in Neu Wulmstorf prüfen zu lassen. Was die Verschwenkungen der Radwege angeht, gibt er zu bedenken, dass dies größtenteils üblich war, als die Wege vor Jahren gebaut wurden. Zugleich räumt er ein, dass es heute für Radfahrer in vielen Fällen sicherer sei, die Fahrbahn zu benutzen. Daher setze der Kreis verstärkt auf Fahrradschutzstreifen und Radfahrstreifen bei Neubauten und umfangreichen Straßenerneuerungen, so der Landrat. Rempe macht allerdings nicht viel Hoffnung auf ein eigenständiges Programm zum Umbau der Radwegeverschwenkungen an Kreisstraßen. „Das gibt es nicht und ist auch angesichts der begrenzten Haushaltsmittel nicht umsetzbar“, sagt der Landrat.

Der Grünen-Fraktionschef zeigt sich damit nicht zufrieden. „Noch immer messen die Verwaltungen dem Radverkehr und seiner Sicherheit einen zu geringen Stellenwert bei“, sagt Joachim Franke.

( bwil )

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