Washington

Eltern von Mord-Opfer fordern Papageien als Zeugen vor Gericht

Washington. Kann ein Tier Hinweise auf einen Mörder geben? Der afrikanische Graupapagei „Bud“ aus Ensley Township im amerikanischen Bundesstaat Michigan hat möglicherweise die letzten Sekunden im Leben des getöteten Martin Duram miterlebt. Mit krächzender Stimme gibt der Vogel seitdem immer wieder die Worte „Don’t fucking shoot“ („Verdammt, schieß nicht“) von sich. So könnte der Papagei, so glauben jedenfalls die Eltern des Opfers, der einzige Zeuge eines Mordes gewesen sein.

Rückblick: Vor einem Jahr fand die Polizei den 45-jährigen Duram erschossen in seiner Wohnung. Neben ihm, mit einer schweren Schusswunde am Kopf, seine Frau Glenna. Sie überlebte. Die Ermittler gingen lange von einem versuchten Doppelmord aus, fanden aber keinen Täter. Die Ehefrau hat sich inzwischen von ihren Verletzungen erholt. Aber sie kann sich an nichts erinnern, was im Mai 2015 geschehen ist. Dafür redet die Mutter des Opfers. Lillian Duran glaubt, dass ihre Schwiegertochter einen perfiden Komplott geschmiedet hat – und Papagei „Bud“, der seither immer wieder den fröstelnden Satz kräht, dabei war. „Dieser Vogel imitiert jeden und alles“, sagte sie „Wood-TV“, „und er hat das größte Schandmaul weit und breit.“

Der besagte Satz, den sich das Tier eingeprägt hat, stammte nach der Theorie der Mutter von Martin Duram, kurz bevor die tödlichen Schüsse fielen. Durams Eltern wollen, dass die „Aussage“ des Papageis in die Beweisaufnahme der Polizei einfließt. Der zuständige Staatsanwalt Robert Springstead sieht zwar „Anhaltspunkte“ dafür, dass Glenna Duram ihren Mann ermordet haben könnte – aber auf den gefiederten Zeugen will er sich nicht verlassen. Ein Grund: „Bud“ könnte den Satz ja auch „im Fernsehen gehört haben“.