Hamburg

Neue Studie: Erstmals sinken in Hamburg wieder die Mieten

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Steffen Preissler, Oliver Schirg

Laut Immobilienportal im Schnitt um ein Prozent. Grund sei das Wohnungsbauprogramm. Aber kleine Apartments fehlen

Hamburg.  Gute Nachrichten für Wohnungssuchende: Einer Untersuchung des Immobilienportals Immowelt.de zufolge sind die durchschnittlichen Mieten in Hamburg im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent gesunken.

Demnach lag vor einem Jahr der durchschnittliche Quadratmeterpreis in der Hansestadt bei 11,20 Euro. „Aktuell liegen die Angebotsmieten pro Quadratmeter im Median bei 11,10 Euro“, teilte das Unternehmen gestern mit. Der Median ist der mittlere Wert der Angebotspreise. Immowelt.de hat nach eigenen Angaben bundesweit die Nettokaltmieten bei 64.000 Angeboten untersucht, die auf der eigenen Plattform veröffentlicht wurden. Die Preise geben jeweils den Median der zwischen Januar und Mai 2015 sowie Januar und 15. Mai 2016 angebotenen Mietwohnungen und -häuser wieder, heißt es in der Mitteilung weiter.

In der Hansestadt gibt es etwas mehr als 900.000 Wohnungen. Wie viele der verglichenen Angebote aus Hamburg stammen, geht aus der Veröffentlichung nicht hervor. Einschränkend muss angemerkt werden, dass ein großer Teil der Wohnungen in Hamburg über die Hausverwaltung direkt an die Mieter vergeben wird. Dieser ist also über Inserate nicht zu finden.

Als Grund für die sinkenden Mietpreise führen die Autoren der Studie den seit mehreren Jahren in Hamburg forcierten Wohnungsbau an. „Um einen weiteren Anstieg der Preise zu verhindern, muss neuer Wohnraum geschaffen werden“, erklärt Immowelt. de-Chef Carsten Schlabritz.

Mit dem Regierungswechsel im Jahr 2011 hatte der SPD-Senat versprochen, den Wohnungsbau in der Hansestadt erheblich aufzustocken. Insgesamt wurden seit 2011 in Hamburg fast 30.000 Wohnungen gebaut, im vergangenen Jahr waren es 8521.

Dennoch benötigt Hamburg mehr kleinere Wohnungen. „In Hamburg konkurrieren fast drei Einpersonenhaushalte um eine kleine Wohnung mit ein oder zwei Zimmern“, sagt Dörte Nitt-Drießelmann vom Hamburgischen WeltWirtschaftsInstitut (HWWI). Zusammen mit der Berenberg-Bank hat das HWWI die Mieten und Immobilienpreise in den 20 größten Städten untersucht. Die Preissteigerungen bei Eigentumswohnungen (51 Prozent) in den letzten zehn Jahren lagen in der Hansestadt deutlich über den Mietsteigerungen (30 Prozent). Nur rund die Hälfte der Anspruchsberechtigten für eine staatlich geförderte Wohnung kann nach der Studie in eine solche vermittelt werden.

Seite 6 Nur jeder fünfte Euro für die Miete