Uetersen

Schüler machen Dokumentarfilm über Einwanderer

Uetersener Gymnasiasten wollen die Flüchtlingsdebatte mit Beispielen bereichern

Uetersen. Sechs Schüler aus Uetersen wollen ein Zeichen gegen Hetze gegen Flüchtlinge und Migranten setzen. Daher haben sie den Dokumentarfilm „Flucht in die soziale Hängematte?“ gemacht, der nun im Internet zu sehen ist. Der Film der sechs Schüler der Oberstufe des Ludwig-Meyn-Gymnasiums soll zeigen, dass Migranten oft einen positiven Beitrag für die Gesellschaft leisten. Die Pegida-Aufmärsche in Dresden und Leipzig sowie die zunehmende Popularität der AfD hätten die Schüler motiviert, mit einem Film über gelungene Integrationsbeispiele einen Gegenpol zum Erstarken rechter Tendenzen im Land zu setzen. „Wir wollten zeigen, dass die Aufnahme von Flüchtlingen auch Chancen für unsere Gesellschaft birgt und Rechtspopulismus keinen Raum lassen“, erklärt Mareike Otzdorff.

Interviews mit einem Lehrer, einer Ärztin und einem angehenden Mathematiker

Das Filmteam hat einen Lehrer, eine Ärztin und einen ehemaligen Mathematikstudenten interviewt. Hauran Ciftci, Lehrer am Ludwig-Meyn-Gymnasium, stammt aus dem Südosten der Türkei, ist Jeside sowie Kurde und lebt mit seiner Familie in einem Vorort von Hamburg. Ruth Shanti Abraha-Späht ist aus Eritrea geflohen und kam mit 16 Jahren nach Deutschland. Sie machte ihr Abitur, ist jetzt Gynäkologin in einer eigenen Praxis in Hamburg. Hasan Sari hat vor einem Jahr in Syrien sein Mathematikstudium abgebrochen. Er floh wegen des Bürgerkriegs aus seinem Land. Sein Leben in Deutschland beginnt gerade erst, doch der angehende Mathematiker bringe, so das Filmteam, gute Voraussetzungen für eine erfolgreiche Integration mit.

In dem Film berichten die drei von ihrer Heimat, der Flucht nach Deutschland und ihrem Leben hierzulande. In Zwischensequenzen bekommt der Zuschauer einen Eindruck davon, wie der Alltag der Personen aussieht.

„Nach jedem Interviewtermin hatte ich das Gefühl, etwas Neues gelernt zu haben“, sagt Hannah Kristen aus der 13. Klasse. „Alle drei Protagonisten haben wir in ihrer Umgebung interviewt. Dabei ist mir bewusst geworden, mit welcher kulturellen Vielfalt solche Menschen unser Land bereichern können“, sagt Sophie Plautz.

Der Film „Flucht in die soziale Hängematte?“
ist online unter www.uetersentv.de zu sehen.

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