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In Rüssels Heim

Teil einer Herde zu sein war für Dennis Müller nie ein Problem. „Ich bin Familienmensch, habe viele Geschwister.“ Das hat es dem 32-Jährigen einfach gemacht, sich bei Hagenbecks Elefanten als Pfleger zu empfehlen. Bei den tonnenschweren Tieren muss man als Mitglied des Clans akzeptiert werden, die entsprechende Zusatzausbildung dauert bis zu zwölf Monate. „Ich habe acht gebraucht“, sagt Müller. Wobei ihn die enge Beziehung zum Tier fasziniert habe – besondere Momente wie die Geburt des kleinen Bullen am vergangenen Montag inklusive.

Seit 2009 sorgt Müller im Wechsel mit fünf Kollegen für eine der größten Elefantenherden Europas. Der jüngste, noch namenlose Nachwuchs war seine dritte miterlebte Geburt: „Gegen 2 Uhr kam der Anruf, um 3 Uhr war ich in der Elefantenhalle“, sagt er. Wenn die Familie ruft, spielen freie Tage keine Rolle. Praktischerweise wohnt er mit seiner Lebensgefährtin im nahen Niendorf und hatte sich früh schlafen gelegt. Dass es ein Junge geworden ist, freut den gebürtigen Hamburger besonders. „Ich mag die Jungs“, sagt er. Denn die seien selbstbewusst, lebhaft, lautstark. Eigentlich schade, dass sie den Tierpark als natürliche Einzelgänger ab einem gewissen Alter verlassen müssen.

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