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Fahrschein, bitte!

Gibt es den typischen Schwarzfahrer? Yannina Schwartau schüttelt den Kopf. „Nein“, sagt sie. Gibt’s nicht. Den Schwarzfahrer könne man nicht erkennen. Schlipsträger hat sie erlebt, die hatten selbst auf einer kurzen Strecke keinen Fahrschein. Und dann waren da Menschen, die aussahen, als müssten sie im Park schlafen – aber eine Zeitkarte dabei hatten. „Ich gehe deshalb immer ganz vorurteilsfrei ran“, sagt die 32-Jährige, die nun schon seit 2007
im Dienst der Hochbahn Fahrkarten-
kontrolleurin ist und am Montag bei der ersten Großkontrolle des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) natürlich mit im Einsatz war.

Wie bei ihren Kollegen war eine abgeschlossene Berufsausbildung Voraussetzung für den Job, für den die rund 350 Prüfer des HVV eine Grundausbildung und regelmäßige Fortbildungen bekommen. Um rechtliche Fragen geht es dabei oder um Psychologie, um auch mit kritischen Situationen umgehen zu können. Yannina Schwartau hatte Kfz-Mechanikerin gelernt, weil „ein Bürojob nichts für mich ist“. Sie habe eben „Hummeln im Hintern“, sagt die gebürtige Hamburgerin, die sich mit dem Tanzsport Zumba fit hält. „Ich muss immer irgendwie unterwegs sein.“ So kam sie zur Hochbahn, wo sie auch ihren Freund kennenlernte. Der Verdienst sei dort zum einen besser als in einer Werkstatt und die Arbeit abwechslungsreicher.