Heute mal eine Wiederholung

Nichts, so scheint es, schätzen wir Menschen so wie die Wiederkehr des Immergleichen. Von Hollywood, Hillary und dem HSV

In diesem Jahr sind oder kommen sie noch einmal zurück ins Kino: „Mad Max“, „Terminator“, „Jurassic World“, „Peanuts“.

Fällt Hollywood denn nichts anderes mehr ein, als immer wieder alte Helden zu recyceln? Die Sache ist ja nicht ungefährlich, denn die alternden Stars und ihre Geschichten müssen zum Teil abenteuerliche Verrenkungen machen, um noch glaubwürdig zu wirken. Und der 3-D-Köder allein lockt auch nicht.

Aber warum sollte es im Filmbereich anders sein als in verwandten Bereichen des Showgeschäfts: der Politik. Folgte nicht auf Putins erste Amtszeit als russischer Staatspräsident gleich noch eine zweite, nach einem Medwedew-Intermezzo jetzt sogar noch die dritte, die nun fast jeden Tag in den Nachrichten als Dauerschleife läuft?

Noch schlimmer sieht es im Heimatland der Traumfabrik selbst aus. Auf dem Spielplan der US-Präsidentschaft stehen Bush (George), Clinton (Bill), Bush (George W.) und jetzt demnächst womöglich wieder Clinton (Hillary) oder wieder Bush (Jeb).

Wie im Kino versuchen auch die Politiker mit allerhand Spezialeffekten, ihr Publikum bei Laune zu halten. Die Ergebnisse sind fragwürdig. Weder die russische Krim-Annexion noch Hillary Clintons private E-Mails waren bisher so richtig mehrheitsfähig, geschweige denn preiswürdig. Trotzdem müssen beide noch nicht fürchten, aus dem Programm genommen zu werden.

„Es gibt nur zwei oder drei Menschengeschichten, aber die wiederholen sich immer, so heftig, als wären sie nie zuvor geschehen“, hat die US-Schriftstellerin Willa Cather gesagt.

So ähnlich dachte man auch beim HSV, wo man im vergangenen Jahr sicher war, nie wieder in die Relegation abrutschen zu wollen. Prompt folgte in diesem Jahr das Remake. Immerhin ein Thriller, immerhin mit Happy End. Aber wer sich das Drehbuch vorher durchgelesen hätte, wäre womöglich gar nicht unter den Zuschauern gewesen. War einfach zu unglaubwürdig, die Handlung dieses zweiten Teils, zu kitschig. Sogar für Hollywood.