Lüneburg

Doppelmörder von Lüneburg mit zwei Pässen auf der Flucht

Ziad Karnous, der Ehemann eines der Mordopfer, nennt sich auch Ziad Haji Raschko. Die Mordkommission fahndet europaweit nach dem 31-Jährigen. Er fährt einen blauen Golf mit dem Kennzeichen LG-KA 102.

Lüneburg. Nach dem Doppelmord an zwei Frauen in Lüneburg hat die Polizei die Fahnung nach dem mutmaßlichen Täter ausgeweitet. Es wird auch geprüft, ob sich der mutmaßliche Täter sich ins Ausland abgesetzt hat. „Wir gehen der Möglichkeit nach, aber konkrete Hinweise darauf haben wir nicht“, sagte eine Polizeisprecherin am Dienstag. Am Sonntagnachmittag hatten Einsatzkräfte in einer Wohnung im Stadtteil Kaltenmoor die Leiche einer Frau und eine Schwerverletzte gefunden, die noch am Tatort starb. Eine am Montag eingerichtete Mordkommission arbeitet auf Hochtouren, mehr als ein dutzend Beamte sind im Einsatz.

Dringend tatverdächtig ist weiterhin Ziad Karnous, der Ehemann eines der Opfer. Er ist seit der Tat auf der Flucht. Gegen ihn wird wegen Mordes in zwei Fällen ermittelt. Der Tatverdächtige verfügt nach Angaben der Polizei eventuell auch über einen irakischen Pass, der deutschen Behörden bisher nicht bekannt war. Danach wäre der Mann sieben Jahre älter als bisher angegeben. Zunächst wurde angenommen, er sei 31 Jahre alt.

Ziad Karnous, Geburtsjahr 1984, könnte sich demnach auch als Ziad Haji Rascho, Geburtsjahr 1977, ausgeben. Rascho ist sein Geburtsname. Die europaweite Fahndung auch nach dem blauen VW Golf mit dem amtlichen Kennzeichen LG-KA 102 dauern an.

Nach Angaben der Beamten gibt es in dem Fall inzwischen mehrere Dutzend Hinweise aus der Bevölkerung. Darunter seien auch Zeugen gewesen, die glaubten, das Auto oder den Tatverdächtigen selbst gesehen zu haben. „Wir überprüfen alles. Zu Details geben wir aber keine Auskünfte“, sagte Polizeisprecher Kai Richter. Weitere Hinweise nimmt die Polizei Lüneburg unter der Telefonnummer 04131/292215 entgegen.