Wolfsburg

Tödliche Schüsse nach Drogenstreit in Asylbewerberheim

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Drogenstreit mit tödlichem Ausgang in einer Asylbewerberunterkunft in Wolfsburg: Bei einer Schießerei ist dort am Mittwochabend ein Mensch erschossen worden.

Wolfsburg. Drogenstreit mit tödlichem Ausgang in einer Asylbewerberunterkunft in Wolfsburg: Bei einer Schießerei ist dort am Mittwochabend ein Mensch erschossen worden. Geschäfte mit Rauschgift seien der Grund für die Schießerei gewesen, sagte Innenminister Boris Pistorius (SPD) am Donnerstag im Landtag. Als die Polizei um 20.30 Uhr alarmiert wurde, sei zunächst nur von einer Schlägerei die Rede gewesen, sagte Pistorius. Kurz darauf habe es einen zweiten Notruf gegeben, in dem über Schüsse berichtet wurde. Polizeibeamte hätten dann im ersten Stock des Gebäudes einen von Schüssen schwer verletzten Mann gefunden. Er sei gegen 22.00 Uhr in einem Krankenhaus gestorben.

Nach den bisherigen Erkenntnissen könne eine politische Straftat ausgeschlossen werden, sagte Pistorius. Er warnte zudem davor, „den tragischen Vorfall“ in einen Kontext mit der aktuellen Flüchtlingsproblematik zu stellen. Die CDU hatte zuvor die stark gestiegenen Flüchtlingszahlen in eine Verbindung mit einer wachsenden Zahl von Vorfällen in Asylbewerberunterkünften gestellt und mehr Unterstützung für die Kommunen und den Einsatz von Sozialarbeitern eingefordert. „Ein Zusammenhang zwischen der Flüchtlingsunterbringung und der schweren Straftat ist nicht erkennbar“, sagte Pistorius.

Dank des Hinweises eines jugendlichen Bewohners der Einrichtung habe die Polizei noch am Mittwochabend drei Tatverdächtige aus Wolfsburg festnehmen können, sagte Pistorius. Einer von ihnen sei verletzt. Die Männer im Alter zwischen 26 bis 35 Jahren sind der Polizei als gewalttätig bekannt. Die Tatwaffe sei bislang noch nicht sichergestellt worden.

Anders als der Innenminister wollte die zuständige Polizei den Vorfall zunächst nicht kommentieren. Ein Sprecher betonte lediglich, beim Eintreffen der Polizei habe es „tumultartige Zustände“ in dem Asylbewerberheim gegeben. Insgesamt seien rund 60 Polizisten und ein Hubschrauber im Einsatz gewesen. Alle Bewohner der Unterkunft, die mehr als 30 Zimmer hat, wurden überprüft und vernommen.

( (dpa/HA) )

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