Warum bekommt man über Nacht „Schlafsand“ in die Augen?

Prof. Gisbert Richard, Ärztlicher Direktor der Klinik und Poliklinik für Augenheilkunde im UKE:

Um unser Auge mit Nährstoffen zu versorgen, es vor Keimen zu schützen und Fremdkörper auszuschwemmen, wird es mit Tränenflüssigkeit befeuchtet. Die Tränen werden in der Tränendrüse produziert und fließen in Richtung des inneren Augenwinkels ab. Überschüssige Tränenflüssigkeit wird in die Nasenhöhle abgeleitet, wobei der Lidschlag als „Tränenpumpe“ dient. Gleichzeitig wird beim Zwinkern ein dünner Tränenfilm auf unserem Auge verteilt. Nachts, wenn wir die Augen geschlossen haben, funktioniert diese Tränenpumpe nicht wie am Tag. Deshalb sammelt sich im Schlaf an den Lidrändern Tränenflüssigkeit; diese hinterlässt weißlich, körnigen Schlafsand, der vorwiegend aus Staubpartikeln, getrocknetem Tränensekret und Zellresten, wie etwa abgestorbenen weißen Blutkörperchen, besteht.

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