Gute Frage

Wie viel ist eigentlich eine Handvoll?

Michael Krumm, Literaturwissenschaftler aus Lauenburg

Es liegt eigentlich auf der Hand, dass man das Messen von Zeit und Raum immer gerne in die eigene nahm, besonders wenn man gerade nichts anderes zur selbigen hatte. So galt in der Antike als Mengeneinheit, was man auf einmal mit beiden Händen greifen kann, also eine Handvoll. Und auch Drachme, ab dem 7. Jh. v. Chr. der Name der antiken griechischen Silbermünze, bedeutet nichts anderes als eine Handvoll. Das Längenmaß wiederum findet sich schon bei Homer in der Lobeshymne auf das Riesenhorn eines Widders, ganze 16 Handbreit. Und schließlich, wenn etwas ganz besonders schnell geht, dann etwa in der Geschwindigkeit, in der man eine Hand umdreht, also im Handumdrehen. Oder, wie schon im Lateinischen, kurzerhand (brevi manu).