Briefe an die Redaktion

Briefe an die Redaktion: 22. Juli 2013

Kein klarer Standpunkt

19. Juli: Leitartikel, „Recht in Handschellen. Europa schaut mit Schaumstoff-Diplomatie zu, wie Russland in die Diktatur abdriftet“

Unser westlich demokratisches Europa schaut zu und senkt das Haupt. Das tritt aber nicht nur bei den massiven Menschenrechtsverletzungen in Russland zutage, nein, auch Amerika kann in unserem Land ungestört seinen Interessen nachgehen, ob geltendes Recht verletzt wird oder nicht. Freunde kritisiert man nicht, sie wollen uns doch nur schützen. Deutschland gibt sich weichgespült, kein klarer eigener Standpunkt, nur keinen verprellen. Merke, wer keine eigenen Prinzipien hat, danach lebt und handelt, ist uninteressant und wird nicht mehr ernst genommen.

Wilfrid Warncke

Volksseele kocht

19. Juli: Gastbeitrag, „Sparen als Wachstumsprogramm. Prof. Dr. Maximilian Gege, Vorsitzender und Gründer des B.A.U.M.-Netzwerks, sieht in der Energieeffizienz enormes Potenzial“

Prof. Gege hat anschaulich dargelegt, warum die Energiewende in ihrer jetzigen Form wenig Unterstützer findet: Der Ausbau der Netze kostet Geld und Zeit, darunter leiden Bürger und Unternehmen gleichermaßen. Wenn die Mittel, wie vom Autor angestrebt, in Effizienzmaßnahmen gesteckt würden, könnten alle gleichermaßen davon profitieren. Stattdessen steuern wir sehenden Auges auf ein Überangebot von erneuerbarer Energie zu, das wir zum heutigen Stand der Technik so gar nicht in Anspruch nehmen können. Ein fataler Fehler, der die Steuerzahler Milliarden kostet. Schon heute kocht die Volksseele, und dieser Zustand wird sich meiner Ansicht nach noch weiter verschärfen. Dies würde ein Scheitern der Energiewende bedeuten. Sie ist nur mit Unterstützung breiter Teile der Öffentlichkeit machbar.

Ann-Cathrin Borsch

Szene: Nicht nur Gebäude

18. Juli: „Vertrieben aus der Schanze“

Tja, wer sich in sein Schicksal ergibt, erlebt so etwas. Solche Berichte vermitteln, Mieter wären rechtlos und sollten sich beizeiten trollen, weil sie ohnehin keine Chance haben. Dass dem aber nicht so ist, kann man an Menschen sehen, die sich erfolgreich gegen den Ausverkauf liebenswerter Stadtteile zur Wehr setzen. Wo steht eigentlich geschrieben, dass nur der ein Recht hat, in einem „Szeneviertel“ zu leben, der jeden Preis dafür zu zahlen bereit ist, dass das Viertel sein charmantes Gesicht verliert? Die Szene, das sind nicht nur Gebäude! Es sind die dort lebenden Menschen, die gewachsenen sozialen Kontakte, die dem Viertel sein typisches Gesicht verleihen, durch ihre Persönlichkeiten, ihre Dienstleistungen, bezahlbaren Raum für Kreativität etc.

Marthe Friedrichs

Überzogene Preise

18. Juli: „SPD und FDP für Sonntagsöffnung in der HafenCity“

Die HafenCity lädt leider nicht zum Verweilen oder Shoppen ein. Die Einrichtungen in den Geschäften und Restaurants sind nüchtern und steril, die Preise viel zu überzogen. Es fehlen liebevoll eingerichtete Läden mit Charme. Offensichtlich mussten sich die Inhaber der schrecklichen Einheits-Architektur der HafenCity anpassen. Mir ist unbegreiflich, wie die Planer/Architekten direkt an der Elbe einen neuen Stadtteil bauen – ohne jegliche maritime Atmosphäre.

Ute Barth

Zeit zum Umdenken

18. Juli: „Jeder Fünfte schutzlos bei Masern. Die Impfquote von Hamburger Kindern liegt jedoch leicht über dem Bundesdurchschnitt“

Ihre Überschrift suggeriert die Tatsache, dass Kinder ohne Masernimpfung der Krankheit völlig schutzlos ausgeliefert sind. In meiner Ausbildung als Heilpraktikerin wusste man noch etwas von einem gewissen Immunsystem, das jeder Mensch besitzt. Wenn man dieses Immunsystem von Anfang an mit gesunder Ernährung, einer rhythmischen Gestaltung des Tages, mit viel Bewegung, dem Durchmachen von fieberhaften Erkrankungen etc. unterstützen würde, wäre unseren Kindern sehr geholfen. Stattdessen wird von Anfang an geimpft, Fieber wird künstlich gesenkt, Antibiotika werden gegeben usw. Alles Dinge, die die Entwicklung des Immunsystems torpedieren. Die Krönung ist die Überlegung unseres Gesundheitsministers, die Masernimpfung verbindlich zu machen. Dabei ist längst erwiesen, dass zum Beispiel Krebs bei Menschen, die fieberhafte Kinderkrankheiten auf natürlichem Wege durchmachen durften, deutlich seltener auftritt. Hier wird mit der Angst der Eltern ein Riesengeschäft gemacht – und unsere Kinder müssen die Konsequenzen tragen. Es ist Zeit zum Umdenken!

Reinhild Dirks

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