Südafrikas Ex-Präsident

Zuma bestätigt „kritischen“ Zustand Mandelas

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Südafrika bangt um seine Freiheits-Ikone: Seit 16 Tagen liegt Nelson Mandela mit einer Lungenentzündung im Krankenhaus. Am Wochenende hat sich der Gesundheitszustand des 94-Jährigen dramatisch verschlechtert.

Pretoria/Johannesburg/Kapstadt. Der Gesundheitszustand des südafrikanischen Nationalhelden Nelson Mandela bleibt „kritisch“. Dies sagte Präsident Jacob Zuma am Montag in Johannesburg. Er bestätigte, dass sich Mandelas Zustand am Sonntag verschlechtert habe. Dies hätten ihm die Ärzte am Sonntagabend berichtet.

Zuma sagte, er könne nichts Näheres über den Gesundheitszustand des 94 Jahre alten Ex-Präsidenten sagen. Mandela befindet sich seit 16 Tagen wegen einer schweren Lungeninfektion in einem Krankenhaus in Pretoria.

Bereits am späten Sonntagabend hatte das Präsidialamt mitgeteilt, dass sich das Befinden des Friedensnobelpreisträgers in den vergangenen 24 Stunden verschlechtert habe. Der 94-Jährige liegt seit mehr als zwei Wochen in einem Krankenhaus in Pretoria.

„Die Ärzte tun alles, was möglich ist um seinen Zustand zu verbessern“, sagte Präsident Zuma, der Mandela am Sonntag am Krankenbett besuchte. Zuma rief das Land und die Welt erneut dazu auf, für „Madiba“ zu beten.

US-Regierung betet für Mandela

Mandela war in den vergangenen Monaten wiederholt im Krankenhaus behandelt worden. Bis zuletzt war von einer ernsten, aber stabilen Lage die Rede gewesen. So wurde noch in der vergangenen Woche berichtet, dass Mandela auf die Behandlung seiner Lungenentzündung anspreche.

Am Wochenende hatte dann ein US-Fernsehsender unter Berufung auf interne anonyme Quellen berichtet, Mandela sei nicht mehr ansprechbar und hätte seit mehreren Tagen seine Augen nicht mehr geöffnet. Zudem funktionierten seine Lunge und seine Leber nur noch zu 50 Prozent.

Wie der US-Sender weiter berichtete, hatte der Krankenwagen, mit dem Mandela ins Krankenhaus von Pretoria gefahren wurde, eine Panne. Den Recherchen zufolge musste Mandela auf dem Weg von Johannesburg nach Pretoria vierzig Minuten auf ein Ersatzauto warten. Das südafrikanische Präsidialamt bestätigte dies am Sonnabend. Mandela sei allerdings immer von medizinischen Spezialisten versorgt gewesen.

Die US-Regierung in Washington zeigte sich besorgt um den Zustand Mandelas. „Wir sind in unseren Gedanken und Gebeten bei ihm und seiner Familie“, sagte die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats, Caitlin Hayde. Im Weißen Haus verfolge man die Entwicklung genau. Obama bricht Ende der Woche zu einer Afrika-Reise auf, die ihn auch nach Südafrika führen wird.

Tuberkulose in Gefangenschaft

Mandela gilt weltweit als Symbol für Frieden, Gerechtigkeit und Versöhnung. Wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheid-Regime in Südafrika war er 27 Jahre als politischer Gefangener in Haft.

Bis in diese Zeit reichen auch seine Lungenprobleme zurück, als er an Tuberkulose erkrankt war. 1990 wurde Mandela freigelassen und handelte mit seinen Gegnern den friedlichen Übergang zur Demokratie aus.

Vier Jahre später wurde er nach den ersten freien Wahlen erster schwarzer Präsident Südafrikas. Damit war das Ende des Apartheid-Regimes besiegelt. Als Staatschef trat Mandela 1999 zurück. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er 2010 beim Finale der Fußballweltmeisterschaft in Johannesburg.

( (dpa/epd/rtr) )

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